Cotta (Heinr.), ausgezeichneter deutscher Forstmann, geb. 30. Okt. 1763 auf der Kleinen Zillbach, einem jetzt abgetragenen Jagdhause im Eisenachschen. Durch Privatlehrer unterrichtet, widmete er sich 1784—85 auf der Universität Jena besonders den Naturwissenschaften und der Mathematik. Hierauf sammelte sich C. auf forstlichen Reisen Erfahrungen, beschäftigte sich vielfach mit Vermessungsarbeiten, wobei er junge Leute unterrichtete. Im J. 1789 wurde er vom Großherzog von Weimar zum Forstläufer ernannt. Er wurde 1801 Forstmeister, zugleich Mitglied des Forstkollegiums in Eisenach, während er seinen Wohnsitz in der Zillbach behielt. Hier erteilte er forstlichen Unterricht und errichtete 1795 eine Privatforstlehranstalt, welche viele tüchtige Forstmänner bildete. C. wurde 1811 als Forstrat und Direktor der Forstvermessungsanstalt nach Sachsen berufen; er wählte dort Tharand zum Wohnsitz und siedelte seine Lehranstalt dahin über. Am 17. Juni 1816 wurde letztere zu einer königl. Forstakademie erhoben und C. zu deren Direktor und erstem Lehrer sowie zum Oberforstrat ernannt. Dabei blieb er als Direktor der Forstvermessung stets bemüht, durch zweckmäßige Betriebseinrichtungen in den Forsten Sachsens wichtige und wesentliche Verbesserungen einzuführen. In seiner Wirksamkeit auf dem Gebiete der Forsteinrichtung ist C.8 Hauptverdienst um die Entwickelung der deutschen Forstwirtschaft zu erblicken. Außerdem wurde der ermißt, sind unter K aufzusuchen. gute Ruf, den die Forstakademie zu Tharand im In⸗ und Auslande gewann, von C. begründet und gepflegt. Er starb als Geh. Oberforstrat 25. Okt. 1844 zu Tharand. Zur Erinnerung an seine Wirksamkeit wurde ihm von seiten der Staatsregierung in dem akademischen Forstgarten 17. Juni 1851 ein Monument errichtet. Auch als Schriftsteller ist C. höchst thätig gewesen. Seine gekrönte Preisschrift: Naturbeobachtungen über die Bewegung und Funktion des Saftes in den Gewächseno (Weim. 1806) zeugt von scharfer Naturbeobachtung. Sein Waldbaup (Dresd. 1817; 9. Aufl. Lut ver von seinem Enkel Heinrich von C., 1865 hat viel zur Verbreitung einer rationellen Forstwirtschaft beigetragen. Die Forsteinrichtung betreffen: „Systematische Anleitung zur Taxation der Waldungeno (Berl. 1804), „Abriß einer Anweisung zur Vermessung, Schätzung und Einteilung der Waldungenv (Dresd. 1815), „Entwurf einer Waldwertberechnungo (Dresd. 1818; 4. Aufl., von A. von Cotta, 1849), «Anweisung zur Forsteinrichtungo (Dresd. 1820) und „Grundriß der Forstwissenschafto (Dresd. 1832; 6. Aufl., herausg. von seinen Enkeln Heinrich und Ernst von C., 1872). Seine Baumfeldwirtschaft, die er in der Schrift (Verbindung des Feldbaues mit dem Ackerbauo (4 Hefte, Dresd. 1819—22) darlegte, erregte viel Aufsehen, ohne sich Bahn in das Leben brechen zu können. Außerdem sind noch die „Hilfstafeln zur Berechnung der Hölzer u. s. w. v (15. Aufl., Lpz. 1878) zu erwähnen. Von seinen vier Söhnen wirkte Au gust Friedrich von C. (geb. 17. März 1799) 1824 —60 an der Forstakademie zu Tharand und starb daselbst 18. Okt. 1860; Bernhard von Cotta (s.d.) hat sich als Geognost einen Namen erworben; Friedrich Wilhelm von C., geb. 12. Dez. 1796, führte bis 1852 das Werk seines Vaters als Direktor der Forsteinrichtungsanstalt zu Tharand fort, trat 1873 als Obersorstmeister des grillenburger Bezirks in Ruhestand und starb 14. Febr. 1874 zu Tharand.