FeedCowley (Henry Wellesley, Lord)
GeschichteBrockhaus 1882

Cowley (Henry Wellesley, Lord), jüngster Sohn Garret Colley Wellesleys (s.d.), Grafen von Mornington, und Bruder des Herzogs von Wellington, wurde 20. Jan. 1773 geboren. Für die diplomatische Laufbahn bestimmt, ward er 1795 im Auswärtigen Amte angestellt, begleitete Lord Malmesbury auf den Kongreß in Lille und ging Okt. 1797 mit seinem ältesten Bruder, dem Generalgouverneur, als dessen Privatsekretär nach Ostindien. C. war 1800 einer der Kommissare in Mysore und brachte 1801 durch Unterhandlung das Gebiet Audh unter die brit. Herrschaft, welche heit der er dann als Vizegouverneur zur Zufrieden eit der Ostindi160 Kompagnie verwaltete. Indessen kehrte er on 1803 nach England zurück und trat 1807 für den Flecken Eye ins Unterhaus; zugleich ernannte ihn das Ministerium Portland zu einem der Sekretäre des Schatzamts. Als sein Bruder 1809 aus Spanien zurückkehrte, wurde er an dessen Stelle als „Gesandter nach der Pyrenäischen Halbinsel geschickt. Seine lange Thätigkeit in diesem Amte griff tief in die damalige Ges ichte Spaniens und Portugals ein. Auch nach der Restauration Ferdinands VII. war er bis März 1822 am madrider Hofe accreditiert. Im Mai 1823 ging er als Botschafter nach Wien und blieb dort, 2019—65 er 17. Jan. 1828 unter dem Titel eines Lord C. zum Peer erhoben worden, bis 1831, in welchem Jahre er von den IDernt die inzwischen ans Ruder gekommen waren, abberufen wurde. Erst 1841 verlieh ihm das Ministerium Peel den Gesandtschaftsposten in Paris. Hier trug er viel zur Erhaltung der guten Beziehungen zwischen England und Franirei bei. Als im Sommer 1846 Lord Palmerston im inisterium Russell das Auswärtige übernahm, mußte C. sein Amt an den Marquis von Normanby abtreten. Doch kehrte er, nach kurzem Aufenthalt in England, nach Paris zurück, wo er bis zu seinem Tode, 27. April 1847, privatisierte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 651Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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