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GeschichteBrockhaus 1882

Cowley (Henry Richard Charles Wellesley, Graf), engl. Diplomat und Staatsmann, ältester Sohn des vorigen, geb. 17. Juli 1804, war zuerst der Gesandtschaft in Wien attachiert, wurde 1832 zum Legationssekretär in Stuttgart und im Nov. 1843 zum Gesandtschaftssekretär in Konstantinopel ernannt, wo er vom Juli 1846 an während der Abwesenheit Sir Stratford Cannings über ein Jahr lang als Geschäftsträger fungierte. Als er nach dem Tode seines Vaters nach England zurückgekehrt war, um seinen Sitz im Oberhause einzunehmen, ward er 1848 nach uchen Cer gesandt, um England bei der neuen deut Hn Centralgewalt zu repräsentieren. Nach der Auflösung der deutschen Nationalversammlung und der Wiedereinsetzung des Bundestags blieb C. in Frankfurt, wurde aber erst 1851, als der Bundestag von allen deutschen Staaten anerkannt worden, förmlich bei demselben beglaubigt. Anfang 1852 an Lord Normanbys Stelle zum Botschafter in Paris ernannt, war C. als solcher während der wichtigen Epoche des Orientkriegs thätig und fungierte 1856 als zweiter Bevollmächtigter Englands beim Friedenskongreß. In Paris schloß er auch 4. März 1857 den Frieden mit Persien und wurde dafür 4. April zum Viscount Dangan und Grafen C. erhoben. Kurz vor Ausbruch des ital. Kriegs (1859) wurde er mit einer speziellen Mission nach Wien betraut, um ein Verständnis zwischen Osterreich und Fränkreich herbeizuführen. Seine Bemühungen blieben jedoch erfolglos. C. kehrte dann auf seinen Posten in Paris zurück und trat im Juli 1867 in den Ruhestand. Als Mitglied des Ober auses nahm er später öfter bei der Erörterung von Fragen der auswärtigen Politik an der Debatte teil.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 651Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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