Cobenzl (Ludw., Graf von), österr, Staatsmann, geb. 21. Nov. 1753 zu Brüssel, ein Sohn des bevollmächtigten Ministers in den österr. Niederlanden Joh. Karl Philipp von C. (geb. 21. Juli 1712, gest. 20. Jan. 1770 zu Brüssel), trat 1772 in den österr. Staatsdienst, wurde 1774 Gesandter in Kopenhagen, 1777 in Berlin und 1779 in Petersburg, wo er bis 1797 blieb und zu dem vertrauten Kreise der Kaiserin Katharina II. gehörte. Im Sept. 1795 schloß er für Österreich das Bündnis gegen Frankreich mit England und Rußland, unterhandelte 1797 mit Bonaparte zu Udine und unterzeichnete 17. Okt. den Frieden von Campo-Formio. Darauf wohnte er dem Kongreß in Rastatt bei, kehrte alsdann nach Petersburg zurück, schloß 1801 den Frieden zu Lunéville und wurde hierauf zum Staatsermißt, sind unter K aufzusuchen kanzler und dirigierenden Minister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt. Im Nov. 1805 begleitete er den Hof nach Olmütz. Nach dem Frieden zu Preßburg legte er seine Stelle nieder und starb zu Wien 22. Febr. 1809. Er war ein entschiedener Vertreter der absolutistischen Regierungsweise und ein unermüdlicher Bekämpfer der Philipt chen Revolution. — Sein Vetter, Johannn Philipp, Graf vonCC., der lehte dieses Geschlechts, geb. zu Laibach 28. Mai 1741, studierte in Wien und Salzburg und war zuerst in Brüssel angestellt. Er wurde 1767 als Staatsrat nach Wien berufen, wo er besonders für die Umgestaltung des Mautwesens thätig war, begleitete 1777 den Kaiser Joseph II. nach Frankreich und war bei den Friedensunterhandlungen zu Teschen 1779 bevollmächtigter Minister. Hierauf wurde er zum Vize-Hof-und Staatskanzler ernannt, was er bis zu Kaunitz' Tode blieb. Während der Unruhen in Brabant begab er sich dahin, um Unterhandlungen zu eröffnen; allein die Stände nötigten ihn, sich nach Luxemburg zurückzuziehen. Er lebte sodann auf —.— Gütern, ging nach dem Frieden von Luneville als außerordentlicher Botschafter nach Paris und hielt sich seit 1805 in Wien auf, wo er 30. Aug. 1810 starb. Vgl. A. von Vivenot, Die Politik des österr. Vizestaatskanzlers Graf Philipp von C. unter Kaiser Franz II.v (Wien 1874).