Creizenach (Theod. Adolf), Sohn des vorigen, Dichter und Litterarhistoriker, geb. 16. April 1818 zu Mainz, besuchte das Gymnasium zu Frankfurt a. M. und die Universitäten Gießen, Göttingen und Später war er Erzieher im Hause des Freiherrn Anselm von Rothschild in London und Paris, und wurde dann Lehrer an der israel. Realschule in Frankfurt a. M. Diese Stelle verlor er infolge seines übertritts zum Protestantismus (1854), worauf er sich mit Privatunterricht beschäftigte und stark besuchte Vorträge über litterarische Gegenstände hielt. Im J. 1859 wurde er als Lehrer die höhere Bürgerschule, 1863 als Professor der ermißt, sind unter Kaufzusuchen. Geschichte an das Gymnasium zu Frankfurt berufen. C. starb 5. Dez. 1877. Ces poetische abre tigkeit fällt vorzugsweise in seine frühern Jahre (Dichtungen », Frankf. 1839, 4Gedichtev, Frankf. 1848; 2. Aufl. 1851); er zeichnete sich als Dichter durch Adel der Gesinnung, sowie durch s grund- und AHemnercHolthes und sen aus. Als gründlicher Kenner Goethes und seiner frankfurter Beziehungen hat er sich durch mehrere kleine Aufsätze, sowie vor allem durch seine Ausgabe des «Briefwechsels zwischen Goethe und Marianne von Willemery (2. Aufl., Stuttg. 1878) bewährt. Außerdem hat er wertvolle Beiträge zur mittelalterlichen Litteratur, besonders zur Dante-Litteratur publiziert. Erwähnung verdient auch seine Thätigkeit bei der Neuherausgabe von Schlossers «Weltgeschichtes (Oberhausen 1870 fg.), in welcher er die kultur⸗ und litterarhistorischen Partien des Zeitraums von der Völkerwanderung bis zum Beginn des 18. Jahrh. fast durchweg neu bearbeitete. Wilhelm Michael Anton C., Sohn des vorigen, geb. 4. Juni 1851 zu Frankfurta. M., ist Privatdocent für Litteraturgeschichte an der Universität Leipzig und veröffentlichte: Versuch einer Geschichte des Volksschauspiels von Doktor Fausto (Halle 1878), Zur Entstehungsgeschichte des neuen deutschen Lustspielso (Halle 1879) und Die Bühnengeschichte des Goetheschen Fauste (Frankf. a. M. 1881).