Crema, alte befestigte Stadt in der ital. Provinz Cremona, 43 km im NW. von diesem Orte, am rechten Ufer des Serio und an der Bahn Treviglio-Cremona, Sitz eines Bischofs, hat eine Kathedrale, neun Kirchtürme, ein Gymnasium, ein Theater, ein Hospital und ein Findelhaus und zählt (1881) 9111 C., welche Wein⸗ und Obstbau, starke Seidenspinnerei und Leinenweberei (die beste ital. Leinwand), Spitzen⸗ und Hutfabrikation, Pisch fang von Lampreten und Marsoni, Hande mit Flachs, Leinwand und andern Landeserzeugnissen treiben. Man macht hier Käse, sog. Olrubiolen, und sehr geschätzte Konfitüren, sog. Spugaden. Der von zahllosen Gräben durchschnittene Boden der Umgegend liefert Flachs, welcher als der beste von ganz Europa gilt. Die Stadt entstand zur Zeit der Eroberung Oberitaliens durch die Longobarden. Alboins Grausamkeit trieb nämlich viele Flüchtlinge auf die damalige Sumpfinsel rulcheria, woselbst 570 eine Stadt entstand, die nach dem von ihnen gewählten Oberhaupte Cremete benannt wurde. Zur Zeit der Kämpfe der Ghibellinen und Guelfen waren die Einwohner von C. sehr hartnäckige Gegner der ersten, sodaß Kaiser Friedrich I. die Stadt 1160 zerstörte, die jedoch 1185 wieder aufgebaut wurde. Sie kam dann unter die Signorie der Benzoni und nach dem Erlöschen der Visconti 1454 an Venedig. Eremaillere (frz.), sägeförmig gebrochene Linie einer Befestigung, besonders beim gedeckten Wege vorkommend, mit dem Zwecke, Seitendeckung und Seitenbestreichung zu gewähren; im ganzen mehr als eine Spielerei +1+ ten.