FeedCretius 9. Ion. Franz Konstantin)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Cretius 9. Ion. Franz Konstantin), deutscher Maler, geb. 6. Jan. 1814 R Brieg in Schlesien, malte zuerst im Atelier des Malers König zu Breslau und kam 1833 nach Berlin, wo er die Akademie besuchte und dann bis 1839 unter Leitung des Prof. Wach sich weiter ausbildete. Seine ersten Bilder waren meist Genrescenen. Mit dem biblischen Bilde: Die Söhne Jakobs bringen das blutige Gewand Josephs, erhielt er den Preis der berliner Akademie für Historienmalerei. Nachdem C. 1839—42 Paris und Rom besucht hatte, ging er 1846—47 im Auftrage des Königs Friedrich Wilhelm IV. nach Konstantinopel, wo er für den Sultan Abd-ul-Medschid verschiedene Porträts ausführte. Zurückgekehrt nach Berlin, lieferte der Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV Künstler eine bedeutende Anzahl von Gemälden, meist Genrebilder aus dem Volksleben des südlichen Europa. Dahin gehören: Die Savoyarden, Die QOdaliske Siesta, Blumenfest in Genzano, die köstlichen Figuren des röm. Winkelschreibers, des ital. Advokaten und Doktors, ferner: Der Karneval in Rom, Der Moccoli-Abend, Brautschmückung in Albano, & la bella vista, nd das in der Schweiz u. s. w. Im J. 1859 entstand das Altarbild für Freistadt: die Auferstehung Christi, und das histor. Genrebild: Ludwig XIV. und Maneini. Im J. 1860 wurde er zum ordentlichen Mitglied der königl. Akademie der Künste gewä t. Von seinen Gemälden sind noch hervorzuheben: Cromwell in einer Versammlung von Independenten, Gefangene Kavaliere vor Cromwell (1868), Empfang der salzburger Protestanten durch Friedrich Wilhelm J. in Berlin 1732 u. s. w. Für den Rittersaal des Johanniterordens in Sonnenbura malte er drei Gemälde, den Ritterschlag des Prinen Albrecht (Sohn), die Thätigkeit des Ordens im Feld uge in Schleswig, und die Unterstützung der Christen in Syrien darstellend (1865). Sein späteres Bild: Ludwig XIV. spricht im Parlament das berühmte „L'Etat c'est moilo ist von schöner Gruppierung und glänzender Farbe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 673Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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