Crucianella nannte Linné (nach der kreuzförmigen Anordnung der Blätter) eine Pflanzengattung, welche zur Familie der Rubiaceen gehört und aus Kräutern oder Halbsträuchern mit quirlförmig zu vier stehenden Blättern und in Ahren oder Köpfchen gestellten Blüten besteht. Letztere tragen auf dem unterständigen Fruchtknoten einen randförmigen Kelch, eine langröhrige, trichterförmige Blumenkrone mit vier⸗ bis fünflappigem Saum, in deren Schlund die Staubgefäße eingewachsen sind, und einen an der Spitze zweispaltigen Griffel. Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine nicht gekrönte, in 6 einsamige Hälften zerspaltende Schließfrucht. Die Crucianellen wachsen vorzüglich in den am Mittelländischen Meer gelegenen Ländern und im westl. Asien. Sie sind meist unscheinbar blühende Gewächse; nur eine Art, die persische C. stylosa Trin., mit rosenroten Blumen aus welchen der lange, keulenförmige Griffel weit hervorsteht, ist eine sehr hübsche Pflanze, welche bereits als Zierpflanze angebaut wird. Sie macht umfangreiche Büsche, welche zwei bis drei Monate lang mit schönen Blumen übersäet sind, hält im Freien aus und läßt sich durch Zerteilung der Stöcke leicht vermehren. Eruciféren (Cruciférae), eine höchst artenreiche Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen, deren Vertreter die 15. Klasse des Linneschen Systems bildeten. Man kennt gegen 1200 Arten, die über die ganze Erde zerstreut vorkommen; sie finden sich sowohl in den Polargegenden und den alpinen Regionen als auch in den Tropenländern; der größte Teil derselben kommt jedoch in Südeuropa und Kleinasien vor. Es sind vorzugsweise krautartige, sowohl einjährige wie perennierende Gewächse, seltener hen, deinden Sie haben sämtlich zwitterige Bluten, die in den meisten Fällen nißt, sind unter K aufzusuchen. 44 * regelmäßig gebaut sind; dieselben veshal vier kreuzweise gestellte Blumenblätter, wes alb die Blüte, von oben gesehen, die Form eines Kreuzes darstellt; daher . — auch der deutsche Name dieser amilie: Kreuzblütler oder kreuzblumige ewächse. Ebenfalls vierblätterig ist der Kelch, doch ist derselbe nur selten kreuzweise aus ebreitet. Gewöhnlich sind nämlich die Kelchblättchen nach oben gerichtet und liegen auch oft ihrer ganzen Länge nach dicht aneinander; zwei derselben und zwar die seitlich liegenden sind häufig am Grunde vertieft oder ausgesackt und scheinen dadurch tiefer inferiert zu sein wie die beiden andern. Die Blumenblätter sind in vielen Fällen deutlich genagelt. Alle C. haben sechs Staubgefäße, von denen die zwei genau seitlich stehenden kürzer als die übrigen vier sind, und einen oberständigen, aus zwei Carpellen bestehenden Fruchtknoten, auf welchem ein kurzer Griffel mit zweilappiger oder kopfförmiger Narbe aufsitzt. Die Rer t ist eine Schote (siliqua) oder ein Schötchen (silicula), seltener eine ein⸗ oder aupirringen schötchen⸗ oder schotenförmige, nicht aufspringende Schließfrucht. Sie ist in den meisten Fa durch eine Scheidewand in zwei Fächer eteilt; diese Scheidewand kann entweder in der Richtung der größten Breite oder der geringsten Breite der Frucht plattz wenn diese nicht cylindrisch, sondern abgeplattet ist, und ist demnach im erstern Falle breit, im letztern Falle dagegen schmal. Die Scheidewand kann auch Pemie fehlen, wie 3. B. beim Waid (Isatis); bei einigen Gattungen werden zwischen den einzelnen Samen während der Jahl der & noch Querscheidewände gebildet. Die 2 0 der Samen in den einzelnen Früchten ist sehr verschieden; es gibt solche mit bloß einem oder wenigen Samen, aber auch solche mit sehr vielen. Nach diesen Verschledenheiten werden die C. in der Fruchtbildung in mehrere Unterfamilien eingeteilt: I) Siliquosae, 2) Siliculosae latiseptae, 3) Siliculosae angustiseptae, 4) Lomentaceae, 5) Nucamentaceae. Auch nach den Verschiedenheiten in der Lage des Würzelchens am Embryo hat man mehrere Unterfamilien gebildet; diese letztere Art der Einteilung findet man häufiger in systematischen Werken als die auf Grund der Verschiedenheiten in der Fruchtbildung aufgestellte. Unter den C. findet sich eine große Anzahl von Pflanzen, die in der Landwirtschaft und in der Technik Verwendung finden. So Koblabt hierher die sämtlichen Kohlpflanzen, wie Kohlrabi, Kohlrüben, Blumenkohl u. s. w.; ferner fast sämtliche in Deutschland kultivierte Slpflanzen, wie Raps, Rübsen, Dotter u. s. w. Von großer Bedeutung für die Färberei ist der ebenfalls hierher gehörige Waid (Isatis tinctoria). Auch mehrere allgemein beliebte Zierpflanzen, wie die Levkoje und der Goldlack u. a., sowie zahlreiche schönblühende Pflanzen, die eine gierde des nackten Steingerölls der Hochalpen sind, wie viele Arten der Gattungen Thlaspi, Biscutella, Arabis u. a., gehören zu dieser Familie.