FeedCruz (Soror oder Sor Juana Inez de la)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Cruz (Soror oder Sor Juana Inez de la), eine mexik. Nonne, die sich als . Ihr und dramatische Dichterin ausgezeichnet hat. Ihr weltlicher Name war Donna Juana Inez de Asbaje y Ramirez de Cantillana. Geboren 12. Nov. 1651 in San-Miguel de Nepanthla unweit Mexiko, zeichnete sie sich schon als Kind durch ihren Wissensdurst und ihr unverkennbares Dichtertalent aus. Sie lernte Lateinisch und eignete sich überhaupt ein ihre ssen und ihre Umgebung in Staunen setzendes Wissen an. Am Hofe des Vizekönigs trat sie in die Dienste seiner Gemahlin, deren Liebling sie ward; doch verschmähte sie alle weltliche Lust und ging schon mit 17 Jahren, beeinflußt durch einen mißt, sind unter K aufzusuchen. Jesuitenbeichtvater des Hofes, ins Kloster der Hieronymiterinnen zu Mexiko. Hier lebte sie bis 1691 ganz ihren Buchern (die sie, 4000 an der Zahl, dem Erzbischof von Meriko vererbte), der Dichtkunst, der Musik und der Mathematik. Die letzten zwei Jahre ihres Lebens brachte sie in strengen Bußübungen zu. Sie starb 17. April 1695. Ihre Zeitgenosen haben sie «die zehnte Muse v genannt und enthusiastisch gefeiert; doch sind ihre Werke nicht besser und nicht schlechter als das, was Spanien sonst an lyrischen Dichtungen im 17. Jahrh. hervorgebracht hat; oft sind sie schlicht und einfach, bisweilen schal, oft gongoresk und hyperbelreich, manchmal jedoch wahrhaft volkstümlich und ergreifend. Sie bestehen aus Liedern nach altspan. Manier: Villancicos, Romanzen, Decimen, Glossen u. s. w. und aus kunstvollern Gedichten nach ital. Weise: Sonetten, Oktaven u. s. w.; ferner aus 16 dramatischen Versuchen, von denen nur zwei Komödien weltlichen Inhalts sind: Amor es mas labirintoo und Los empenos de una casa, während die übrigen Loaso, geistliche Spiele oder Festspiele, sind. Die 4Obras de sor Juana Inez de la C.Werschienen gesammelt (3 Bde., Madr. 1714 und 1725; Saragossa 1725 u. öfter). Einige lyrische Gedichte von ihr stehen im 42. Bande der Biblioteca de autores espanoleso; eine Komödie im 19. Bande dieser Sammlung. Vgl. Revista meridionalo (Granada 1862, Nr. 1). Eruzada (span.), die seit 1509 vom Papste Sixtus IV. den Spaniern und Portugiesen auferlegte Abgabe an ihre Könige zur Führung der Kriege gegen Ungläubige; nach dem Aufhören solcher Kriege das Recht der Könige von Spanien und Portugal auf alle von Dispensationen, Fasten u. dgl. herrührenden Einkünfte, von denen der Papst ein Fixum bezog; dann auch der Gerichtshof, der diese Abgaben eintrieb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 695Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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