Curare oder Urari, Wurali oder Woorara wird ein Pfeilgift genannt, welches die Eingeborenen Südamerikas, besonders Guianas, aus dem narkotisch-giftigen Safte des daselbst einheimischen iftgebenden Brechnußbaums (Strychnos toxifera), domte des Strychnos cogens Benth. und Strychnos Schomburglii Klotsch und einer von den Eingeborenen Maracuri genannten Liane bereiten, indem sie die Rinde auskochen und zu diesem Safte noch scharfe Pflanzenstoffe, wie Pfeffer, Kokkelskörner, Zwiebeln und anderes hinzumischen. Dieser durch Sast wid Kochen zu einem Extrakt eingedickte Saft wird dann zum Vergiften der Pfeile gebraucht, ganz auf gleiche Weise, wie das berüchtigte Upas von den Malaien auf den ostind. Inseln. Das Curaregift behält jahrelang seine tötende Kraft, wirkt jedoch frisch am schnellsten. Es ist aber nur tötlich und überhaupt schädlich, wenn es in das Blut kommt. Die kleinste Verwundung mit einem vergifteten Pfeile führt rasch und unabänderlich bei Menschen und Tieren den Tod herbei. Die Indianer verzehren die mit ihren vergifteten Pfeilen erlegten Tiere ohne Bedenken und ohne alle Der eigentlich wirksame Stoff des Gifts ist das Curarin, ein in der Rinde der genannten Pflanin enthaltenes Alkaloid, das in farblosen, stark itter schmeckenden Prismen krystallisiert sich leicht in Wasser und Alkohol, nicht in Ather löst, durch konzentrierte Schwefelsäure blau, durch Salpetersäure purpurrot gefärbt wird. Es wirkt lähmend und tötet durch Asphyxie infolge der Lähmung der Brustmuskeln. In der Medizin wird das Curarin bei Tetanus sowie bei physiol. Experimenten verwendet. (S. Strychnos.)