FeedApäfi (Michael II.)
GeschichteBrockhaus 1882

Apäfi (Michael II.), Sohn des vorigen, geb. 1677, war schon früh von der Pforte wie vom Kaiser Leopold als Thronfolger anerkannt; do lag es dem deutschen Einflusse Tototyi ei im türk. Interesse, im Grafen Emerich Tökölyi einen Gegner aufzustellen. Letzterer fiel mit einem türk. Heere ein, siegte bei Zernest 21. Aug. 1690 über den österr. General Heißler und ließ sich 12. Sept. 1690 in seinem Lager bei Grossau zum Fürsten krönen. Nachdem er jedoch bald von Ludwig von Baden vertrieben worden, erklärten die Stände 10. Jan. 1692 A. für ihren rechtmäßigen Fürsten. Der Kaiser Leopold, der indes durch die Leopoldinischen Diplome vom 16. Okt. und 4. Dez. 1691 die Verhältnisse Siebenbürgens zu Osterreich 4 hatte, behielt sich jedoch die Vormundschaft über ihn vor und ließ das Fürstentum durch ein aus 12 Räten und dem Gouverneur Georg Grafen Bänfi von Losonz en berufe Gubernium verwalten. A. wurde nach Wien berufen, wo seine ohne Wissen des Hofs 1694 Dinlen Mirt Heirat mit der Gräfin Katharina Bethlen Mißfallen erregte, durfte aber nach Siebenbürgen zurückkehren, als 1695 seine an suchen. die Absicht zeigten, bei den Türken Hilfe zu suchen. Als er 1696 sich weigerte, die Fürstenwürde niederzulegen und außerhalb Siebenbürgens zu leben, wurde er unter militärischer Eskorte nach Wien gebracht, wo er am 19. April 1697 dem Thron entsagte, eine Apanage erhielt und weiter als Reichsfürst lebte. Hier starb er 11. Febr. 1713 kinderlos.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 748Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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