Czaeki (spr. Tschatzki, Tadeusz), berühmter poln. Schriftsteller, geb. 28. Aug. 1765 zu Poryek in Volhynien, erhielt, während sein Vater mehrere Jahre in russ. Gefangenschaft sich befand, bei einem Oheim in Danzig, später im Vaterhause seine Ausbildung. Stanislaus August übertrug dem kaum 20jährigen Jünglinge eine Stelle beim Hofgericht in Warschau, zugleich wurde ihm das Ordnen des geheimen Kronarchivs übertragen, wodurch er zum Studium der poln. Geschichte geführt wurde. Mehrere Vorschläge in Betreff der Finanzen Polens, die C. veröffentlichte, veranlaßten den Reichstag von 1788, ihn zum Mitglied der Schatzkommission zu erwählen, in welcher er sieben Jahre verblieb. Um die Mittel, die Industrie und den Handel Polens zu beleben, sorgfältig zu erforschen, bereiste er mehrere Teile des Landes; eine Frucht davon war eine genaue Karte der Flußverbindungen Polens. Viel beschäftigte ihn auch die Förderung der Schiffahrt auf dem Dnjestr. Als eifriger Anhänger der Konstitution vom 3. Mai 1791 ward er von der Kommission zum Berichterstatter an den Senat erwählt. Mit großen Kosten und vieler Mühe brachte er in Poryck eine bedeutende Bibliothek zusammen, in welche er vornehmlich viele wichtige Handschriften, die aus der Privatbibliothek Stanislaus Augusts stammten, aufnahm. Bei der zweiten Teilung Polens wurden seine Güter konfisziert und ihm erst nach der Thronbesteigung Pauls I. zurückgegeben, bei dessen Krönung er als Deputierter des volhynischen Gouvernements in Moskau anwesend war. Eine seiner Hauptbestrebungen war von jeher gewesen, den vernachlässigten öffentlichen Unterricht in den altvoln. Provinzen Rußlands zu heben. Als sein hierauf gerichteter Plan den Beifall des Kaisers Alexander I. gefunden hatte, faßte er den Entschluß, sich hinfort ganz der Erziehung der Jugend zu weihen. Er gründete in Krzemieniec ein Gymnasium, ließ sich selbst daselbst nieder, und bald blühte die 1805 eröffnete neue Anstalt auf. Sein Hauptaugenmerk war, in der Jugend Liebe und Anhänglichkeit an die poln. Volkstümlichkeit zu wecken. Dadurch mußte er aber bald die Aufmerksamkeit der russ. Regierung erregen. Angeklagt, die Jugend verleitet zu haben, ward er 1807 nach Petersburg gebracht und ein besonderes Komitee zur Untersuchung seiner Angelegenheit eingesetzt. Es gelang ihm, sich vor dem Kaiser zu rechtfertigen, und er wurde zum Stellvertreter des Fürsten Czartoryjski, des Kurators des öffent4 Unterrichts in den westl. Gouvernements, eingesetzt. Er kehrte nach Krzemieniec zurück, doch bald wurde neuer Verdacht rege, und wenn auch die Untersuchung, die über den Zustand des Gymnasiums im J. 1810 angestellt wurde, für C. ehrenvoll endete, so sah er sich doch schon infolge des Kriegs 181² genötigt, seine Anstalt aufzulösen und sich in das Gouvernement Podolien zu begeben. Er starb zu Dubno 8. Febr. 1813. Er war einer von denen, die durch Schrift und Wort zur Belebung des nationalen Geistes in Polen am meisten beigetragen haben. Seine Werke (Daielao, 3 Bde., Posen 1843) sind histor. und numismat. Inhalts, sie geben Zeugnis von seiner umfassenden Gelehrsamkeit, sind aber in zu gedrängter, deshalb oft unklarer Sprache abgefaßt. Sein Hauptwerk handelt von den litauischen mißt, sind unter Tsch aufzusuchen. Gesetzen &O litewskich i polskich prawacho (2 Bde., Warsch. 1800). Seine Sammlungen kamen in den Besitz des Fürsten Czartoryjski nach Pulawy, von da nach Petersburg. — Derselben gräflichen Familie gehörte Wladimir C. an, geb. 1834 in Poryck. Er widmete sich dem Priesterstande, ging nach Rom und erwarb sich sehr bald die Gunst des Staatssekretärs Antonelli und der Päpste Pius IX. und Leo XIII. in dem Grade, daß er 1879 zum Nuntius in Paris ernannt wurde. Dort nahm er mit großer Gewandtheit die päpstlichen Interessen wahr, bis er, 1882 zum Kardinal ernannt, nach Rom zurückkehrte.