FeedDachau
ErdkundeBrockhaus 1882

Dachau, Marktflecken und Sitz eines Amtsgerichts und Bezirksamts im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, 18 km nordwestlich von München, ein freundlich gebauter Ort, in 505 m Höhe, auf einer Anhöhe an der Amper, an der Straße von München nach Augsburg und der Eisenbahn München-Ingolstadt und an der Grenze des sog. Dachauer Mooses, hat ein hochgelegenes Schloß mit schönem Garten, ein Monument des Kurfürsten Karl Theodor und (1880) 3101 E., welche fünf Bierbrauereien, zwei Papierfabriken und eine Malzfabrik unterhalten und Getreidehandel treiben. — D. war im Mittelalter der Sitzvon Grafen gleiches Namens, die aus dem Hause Scheyern stammten und 1180ausstarben, worauf es durch Kauf an Herzog Otto I. von Wittelsbach kam. Im Dreißigjährigen Kriege nahmen es 1. April 1633 die Schweden unter Bernhard von Weimar und dem Grafen Horn, nach Besiegung Aldringerscher Truppen bei Weikersheim an der Glan. Am 3. Okt. 1647 fiel es Johann von Werth in die Hände, der hier Turenne und Wrangel bei der Jagd überraschte. — Im Westen von D., auf dem rechten Ufer der Amper, breitet sich das Dachauer Moos aus, eine feuchte, morastartige, zum Teil mit Schilf und Riedgras bedeckte Ebene von 18 km Länge und 6—12 km Breite, die sich bis gegen die Isar erstreckt und nur wenige Kulturstrecken und Kolonistendörfer enthält, für deren Urbarmachung und Besiedelung in neuerer Zeit jedoch viel geschieht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 763Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6