Dahl (Joh. Christian Clausen), Landschaftsmaler, 1. 24. Febr. 1788 zu Bergen in Norwegen, der Sohn eines Seemanns, kam, vier Jahre alt, in das Haus eines alten Geistlichen, der ihn für seinen Stand erzog und ihm Unterricht im Zeichnen erteilen ließ. Dies führte ihn zur Malerei. Nach einer sechsjährigen Lehrzeit begann er auf eigene Hand zu malen, bis es ihm 1811 gelang, nach Kopenhagen in die Kunstakademie zu kommen. Hier bildete D. nun seine Anlage für die heroische Landschaftsmalerei durch die Darstellung norweg. Naturscenen und durch eigene Kompositionen zu technischer Fertigkeit aus. Mehrere Bilder bei den Ausstellungen in Kopenhagen 1814 und 1815 fanden Beifall. Im J. 1818 ging er nach Dresden. Im olgenden Jahre wurde er Mitglied der dortigen kademie und, nachdem er ein Jahr in Neapel und in Rom zugebracht, 1821 Professor an derselben. Die ital. Reise machte er mit dem Prinzen Christian von Dänemark (später König Christian VIII.). Nächst kleinern Ausflügen besuchte er (in der Zeit von 1826—50) noch fünfmal sein Vaterland. D.s Bilder haben meist nicht bloß das Verdienst der Wahrheit nach der Natur, sondern auch das der poetischen Verklärung des individuellen Charakters der Gegenden, die ihm den Stoff zu seinen Kompositionen darboten. Er lehnt sich dabei gern an Everdingens Schöpfungen an. Unter seinen größern Gemälden sind zu erwähnen: Neapels Küste unweit Castellamare, eine große Winterlandschaft auf Seeland zwischen Prestöe und Wordinborg in der Abendbeleuchtung und eine Küstenansicht unweit Bergen. Auch gab er heraus: Denkmale einer sehr ausgebildeten Holzbaukunst aus den frühesten Jahrhunderten in den innern Landschaften Norwegensv (Heft 1—3, Dresd. 1837), enthaltend die Abbildungen der Kirchen zu Borgund, Urnes und Hidderdal. Die Kirche zu Vang, welche er gekauft hatte, ging dann in den Besitz des Königs von Preußen über, der sie im Riesengebirge aufstellen ließ. D. starb zu Dresden 14. Okt. 1857. Sein Sohn, Siegwald Johannes D., geb. 16. Aug. 1827 zu Dresden, hat sich der Jagd⸗, Porträt⸗ und Tiermalerei gewidmet. Er studierte an der dortigen Akademie, unter seinem Vater und dem Tiermaler W. Wegener, und unternahm Reisen nach Paris und London, wo ihn besonders die Werke Landseers fesselten. Als Genremaler beschäftigte er sich mit den Lebenseigentümlichkeiten Norwegens, doch sein eigentliches Hauptfach ist die Tiermalerei. Als Porträtist versuchte er sich mit dem Bildnisse seines Vaters (in der Galerie zu Bergen). Außerdem ist er vielfach als Illustrator thätig.