FeedHildebrandt (Eduard)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Hildebrandt (Eduard), ausgezeichneter deutscher Landschaftsmaler, geb. in Danzig 9. Sept. 1818, erhielt zuerst (seit 1836) in Berlin bei dem Marinemaler Krause Unterricht, machte 1839 seine erste Studienreise nach Skandinavien und besuchte 1841 das Atelier Isabeys in Paris. Von Berlin aus unternahm er dann auf Empfehlung Humboldts mit königl. Unterstützung eine Reise nach Nord⸗[l amerika und Brasilien, deren Ergebnisse, eine An-f zahl von Aquarellen, ins Neue Museum gelangten. Es folgte eine weitere Reise nach Spanien, Por tugal und der Westküste Afrikas, welche H. 1849 beendet hatte. Zahlreiche Aquarelle und Olbilder r waren die Frucht derselben, darunter der Pik von d Teneriffa, Madeira u. s. w. Der indessen zum Hof:;- maler ernannte Künstler begab sich nun nach Agypten, der Türkei, Palästina und Griechenland, aus i welcher Zeit sein Ufer des Toten Meers und viele in den Besitz des Herzogs von Ratibor übergegangene Studien datieren. Darauf machte er 1853 eine Reise nach den Alpen und Oberitalien, und malte im Saale zu Sanssouci Jerusalem, den Teich Bethesda, Nazareth und Bethlehem. Im J. 1856 folgte eine Reise nach Norden, wo er bis zum Nordkap vordrang. Endlich entschloß er sich 1863 —64 zu einer Reise um die Welt, welche nach seinen Tagebüchern —. (3 Bde., Berl. 1867; 7. Aufl. 1882) herausgab. Außer mehrern Olbildern (der heilige See zu Birma, Benares u. s. w.) lieferte dieses große Unternehmen über 300 Aquarelle: eine Ausgabe gewählter Blätter in Farbendruck veranstaltete Steinbock und Loeilott in Berlin: Reise um die Erde (34 Blätter, Berl. 1871—74) und: Aus Europa (1875 fg.). Eine «Neue Folgey seiner Amquarellen erschien zu Berlin (1880 fg.). H.s Arbeiten, in denen die Betonung des rein koloristischen Elements bis zur Übertreibung vorherrscht, sind von ungleichem Wert, namentlich die letztern seiner Aquarelle tragen den Stempel ausgesprochener Manieriertheit. In Lichteffekten ist er unerreichter Meister, seine Olbilder stehen aber an Wert und Schönheit unter den Aquarellen. Seit 1855 war H. Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Er starb in Berlin 25. Okt. 1868. Vgl. Arndt, „Eduard H.» (Berl. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 230Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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