Dahragrotten heißen die im Dahragebiete (Algerien) zwischen Mostaganem und Tenes gelegenen Verghohlen, in denen der Stamm der Ulad-Riah durch den franz. Obersten Pelissier vernichtet wurde. Im Mai 1845 erteilte Marschall Bugeaud seinem Generalstabschef Pelissier den Befehl, die Entwaffnung der aufständischen Kabylen im ah mluchtere zu vollenden. Der Stamm der Ulad-⸗Riah flüchtete bei Annäherung der Franzosen in die D., welche schwer zugänglich und deshalb leicht verteidigen sind. Pelissier wünschte den jedenfalls mit starkem Verluste verbundenen Angriff dieser Stellung seinen Truppen zu ersparen und ließ trotz der Vorstellungen einiger Offiziere vor den Eingängen der D. nasses Holz aufhäufen und in Brand stecken; 500 Kabylen lbenda in den Höhlen und nur 100 wurden noch lebend aufgefunden, als man späterhin aufräumte. Diese Art der Bekämpfung eines tapfern, für seine Unabhängigkeit kämpfenden Volksstammes wurde in Frankreich wie in der gesamten Kulturwelt gemißbilligt; doch dadf als Entschuldigung für Pelissier angeführt werden, daß General Cavaignac ein Jahr vorher bei Orléansville ebenfalls einige hundert Kabylen vom Stamme der Sbeah in Höhlen hatte durch Rauch ersticken lassen, ohne hierfür, eine Rüge zu erhalten.