Bosquet (Pierre Francois Joseph), franz. Marschall, geb. 8. Nov. 1810 zu Mont-de-Marsan im Depart. Landes, trat 1829 in die Polytechnische Schule, wurde 1831 Unterlieutenant der Artillerie und bezog dann die Artillerieschule zu Metz, aus welcher er 1833 in ein Artillerieregiment eintrat. Seit 1834 diente er in Algerien, wurde schon 1839 Kapitän, 1842 Bataillonschef bei den Tirailleurs indigenes zu Oran, an deren Spitze er im Mai 1843 eine sehr erfolgreiche Razzia gegen den Stamm der Flittas ausführte, 1845 Oberstlieutenant, 1847 Oberst eines Linienregiments und übernahm das Kommando der Subdivision zu Orléansville. Die Republik ernannte ihn im Aug. 1848 zum Iu Moftaganen und verlieh Zus das Kommando zu Mostaganem. Mit großer Auszeichnung beteiligte sich B. 1851 an dem Feldzuge 8i. die Rabylen⸗ Gegen Ende 1853 kehrte er als Divisionsgeneral nach Frankreich zurück, nachdem er ohne Unterbrechung 20 Jahre hindurch in Algier edient und gekämpft hatte; Umsicht, große Menchenkenntnis, Kaltblütigkeit und glänzende Tapferkeit machten B. zu einem der besten Generale Frankreichs. Im J. 1854 erhielt B. das Kommando der 2. Infanteriedivision in der Orientarmee, führte dieselbe von Gallipoli nach Varna und Schumla und berichtete über den Zustand des türk. Heeres D8. besondern Auftrags. In der Schlacht an der Alma (25. Sept. 1854) entschied er durch seine Bewegungen den Erfolg des Tags. Die 1. und 2. Division wurden hierauf zu einem Observationskorps vereinigt, mit welchem B. die Belagerung von Sewastopol gegen die aus dem Innern der Krim andringende russ. Armee zu decken hatte. Seine geschickten Dispositionen trugen wesentlich zum Siege der Verbündeten in der Schlacht von Inkerman (5. Nov. 1854) bei. Als Befehlshaber des 2. Korps der Orientarmee, zu welchem er 10. Deln 1855 ernannt wurde, zeichnete sich B. bei der ela amen von Sewastopol in den Angriffen auf den Mamelon vert und den Malakow hervorragend aus; aber infolge einer am 8. Sept. erhaltenen Verwundung (Granatschuß) war er genötigt, nach Frankreich zurückzukehren. Am 9. Febr. 1856 ward er zum Senator, 18. März desselben Jahres mit Randon und Canrobert zum Marschall ernannt. Bei der Teilung Frankreichs in große Landeskommandos erhielt er das Kommando des Südwestens (Toulouse). Indes konnte B. infolge seiner Verwundung vor Sewastopol nicht 4— aktiv auftreten, sondern verfiel in ein langes Siechtum, das 5. Febr. 1861 mit dem Tode endete. osrä, Boßrä oder Busra, im Alten Testament Bozra, jetzt Bosseira, eine großartige Ruinenstadt im asiat.⸗türk. Vilajet Damaskus (Syrien), in der ostjordan. Landschaft Haurän, etwa 120 km im S. von Damaskus und über 150 km nordöstlich von Jerusalem, am südwestl. Fuße des Dschebl-Haurän (Alsadämus Mons in Auranitis), war unter dem Namen Astaröt zu Josuas Zeit die Hauptstadt des Königs Og von Basan, dann eine Levitenstadt im Stamme Manasse. Als ein Aichers des Kultus der Astarte (s. d.) hieß sie Betschera, später Bostra (syr. Busrä), und war längst zerfallen, als ein im 1. Jahrh. v. Chr. aus Südarabien ausgewandertes sabäisches Volk aus dem Stamme der Himjariten in Hauran das Reich der Woht ant gründete. An dessen Stelle trat später (wohl um 135 n. Chr.) das weich der gleichfalls sabäischen Ghassaniden, unter welchen bereits das Christentum als herrschende Religion im Lande auftritt, und welches erst 635 mit B.s Eroberung durch die mohammed. Araber zerstört wurde. An den Wiederaufbau von Bostra 105 n. Chr. unter Kaiser Trajan, dem zu Ehren diese Hauptstadt der röm. Provinz Arabia sich Nova Trajana Bostra nannte, müpft sich der Aufschwung der Kultur von ganz Hauran und die Bostrenische Ara, nach mi in den Städten Peräas lange Zeit gerechnet wurde. Unter Kaiser Alexander Severus (222—235) wurde B. römische Militärkolonie, unter Philippus Arabs (244—249) Bischofssitz mit dem Titel Metropolis. dem Arabischen Konzil zu B. wurde 244 der dortige Bischof Beryllus durch Origenes von seiner ketzerischen Ansicht zurückgebracht. Später war B. Sitz eines Erzbistums. B. hatte inmitten einer unerschöpflich fruchtbaren Gegend unter allen ostsyr. Städten die günstigste Lage, ist die natürliche Haupt500 Hauräns, zugleich der Getreidespeicher und ie große Marktstätte für die syr. Wüste das arab. Hochland und Peräa. Seine langen Reihen steinerner Buden legen noch Bi in der Verödung von der frühern Größe und Blüte Zeugnis ab. Von 2 ging eine antike uüber Salcha gegen N. nach amaskus, gegen O. über Salcha, dann gegen SO. über Ezrak die Römerstraße nach dem Persischen Meerbusen, sowie gegen S. zu Mohammeds Zeit die Handelsstraße der Mekkaner. Die Wichtigkeit des Ortes erkannten die Ejubiden-Sultane seit Saladin, als sie die noch vorhandene Citadelle, die — — in ganz Syrien, bauten, sowie die Kreuzahrer, die unter Balduin III. 1147 und Balduin IV. 1182 große Anstrengungen der Duß um in Besitz von B. (von ihnen Bostrum oder ussereth genannt) zu kommen. Vosang (frz.), s. Bossenwerk.