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GeschichteBrockhaus 1882

Dalrymple, schott. Familie, deren Ahnherr, William de D., 1450 durch Heirat die Herrschaft Stair-Montgomery in Ayrshire erwarb. Der Urenkel desselben, John D. von Stair, war einer der ersten schott. Edelleute, die sich zum reform. Glauben bekannten und sich 1544 den Grafen von Lennor und Glencairn gegen die königl. Armee unter Arran anschlossen. Von ihm stammte James Di, der erste Viscount Stair, dessen jüngerer Sohn David das Gut Hailes erbte, 1700 zum Baronet ernannt wurde und Großvater des Juristen und Historikers Sir David D. war. Dieser wurde zu Edinburgh 28. Okt. 1726 geboren, studierte zu Utrecht und trat 1748 als Advokat auf. Er erlangte bald durch die Gründlichkeit seiner Rechtskenntnisse bedeutendes Ansehen. Im J. 1766 ward er Richter an der Court of Session und 1776 Lord-Kommissar an der Court of Justiciary, als welcher er, dem schott. Gebrauche zufolge, den Titel Lord Hailes annahm. Er bekleidete diese Funktionen bis zu seinem Tode, 29. Nov. 1792. Als Schriftsteller ist er besonders bekannt durch seine Annals of Scotlando (2 Bde., Edinb. 1776—79), welche von der Thronbesteigung Malcolms III. bis zum Tode Davids II. reichen, sowie durch die Polemik gegen Gibbon wegen der in dem „Verfall und Untergang des Römischen Reichso entwickelten Ansichten über den Ursprung des Christentums. — Alexander D., Bruder des vorigen, berühmter Geograph und Reisender, eb. 24. Juli 1737, trat in die Dienste der Ostindischen Kompagnie und erhielt 1759 das Kommando einer nach dem Indischen Archipel entsandten Expedition, welche fünf Jahre währte und zur genauern Kenntnis jener Gegenden viel beitrug. Als Anerkennung seiner Verdienste ernannte ihn die Kompagnie zu ihrem Hydrographen. Nach England zurückgekehrt, regte er die großartigen Entdeckungsfahrten an, die von Cook seit 1768 ausgeführt wurden. D. erhielt das Amt eines Hydrographer-Royal und widmete den Rest seines Lebens der Beförderung der Navigation und Geographie. Er starb 19. Juni 1808. — Aus einer andern Linie stammte der General Sir Hew Whiteford D., geb. 1750, bekannt durch die Konvention von Cintra, die er nach der Niederlage Junots durch Wellesley 23. Aug. 1808 mit den Franzosen schloß, und nach deren Bestimmungen diese rd engl. Schiffen nach der Heimat zurückgebracht werden sollten. D. wurde wegen dieses Vertrags vor ein Kriegsgericht gestellt, zwar freigesprochen, aber nicht wieder im aktiven Dienste verwendet. Im J. 1814 wurde er zum Baronet erhoben. Er starb 9. April 1830. Seinen Titel erbte sein ältester Sohn, Sir Adolphus John D., geb. 1784, konservatives Parlamentsmitglied für Brighton; derselbe starb zu London im März 1866.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 788Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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