Dounglas, Stadt in der schott. Grafschaft Lanark, an dem zur Clyde gehenden Douglas, mit 2600 E., welche Steinkohlen und Bausteine fördern und eine Baumwollspinnerei unterhalten. Die Ruinen des alten Castle-D. sind durch Walter Scott bekannt. Donglas, eins der berühmtesten und weitverzweigtesten Geschlechter Schottlands, soll von einem Krieger abstammen, der 770 durch seine Tapferkeit eine von dem Scotenkönig Solvathius gegen Donald, König der westl. Inseln, gelieferte Schlacht entschied und wegen seiner dunkeln Gesichtsfarbe in kelt. Sprache Dhu glas (der schwarze Mann) genannt wurde. Er erhielt zur Belohnung seines Heldenmuts Ländereien in der Grafschaft Lanark. Nach andern wäre die Familie flamänd. Ursprungs und erst im 12. Jahrh. nach Schottland gekommen. — Sir William D. war ein Gefährte des tapfern Wallace, geriet 1296 bei der Belagerung von Berwick in engl. Gefangenschaft und focht 1297 in der Schlacht bei Stirling. Sein Sohn James, der agute Lord D.v», kann als der eigentliche Gründer der Macht dieses Hauses betrachtet werden. Er verband sich 1306 mit Robert Bruce (s. d.) zur Befreiung Schottlands und erwarb sich durch seine Heldenthaten den Ruf des tapfersten Kriegers seiner Zeit. Dem letzten Willen Robert Bruces gemäß sollte er 1329 das Herz dieses Fürsten nach Palästina bringen. Unterwegs landete er aber in Sevilla, wo der König Alfons im Begriff war, den Mauren eine Schlacht zu liefern, schloß sich den Spaniern an und fiel mit dem größten Teile seines Gefolgs im Treffen. Wegen seiner Verdienste verlieh das Parlament 1318 seiner Familie die Anwartschaft auf den schott. Thron, was später die D. in verderbliche Rivalität mit den Stuarts brachte. James D. hinterließ nur zwei natürliche Söhne, von denen der ältere, Sir William D., genannt der Ritter von Liddesdale, sich ebenfalls in den Kriegen gegen die Engländer großen Ruhm erwarb, den er aber durch den Mord Sir Alexander Ramsays und durch eine mit Eduard III. angeknüpfte landesverräterische Unterhandlung befleckte, wofür er von seinem Vetter William auf der Jagd im Ettrickforst 1354 erschlagen wurde. Der jüngere, John D. (gest. 1350), wurde der Ahnherr der Grafen von Morton. Die Güter und Würden des Hauses erbte Archibald D., der Bruder von James. Während der Minderjährigkeit des Königs David Bruce zum Regenten von Schottland ernannt, verlor er das Leben 1333 in der Schlacht von Halidon-Hill. Sein Nachfolger, William, erster Graf D., maß sich in den Feldzügen von 1356 und 1357 mit Ehren gegen Eduard III. von England und vermehrte seinen Reichtum und Einfluß durch Heirat, indem er sich nacheinander mit den Erbtöchtern der mächtigen Grafen von Mar und Angus vermählte. — James, zweiter Graf D., sein Sohn erster Ehe, machte nach dem Tode Davids II. (1371) Anspruch auf die Krone, der er jedoch zu Gunsten Robert Stuarts entsagte. Er fiel 19. Aug. 1388 im Treffen von Otterburne. — Als dritter Graf D. folgte ihm sein Bruder, Archibald der Grimmige (the Grim), ein ebenso tapferer als wilder Krieger, der 1400 starb. — Archibald, vierter Graf D., nahm an der Verschwörung gegen den Thronerben, Herzog von Rothesay, teil, die zu dem Morde dieses Fürsten führte, und war in allen seinen Unternehmungen so unglücklich, daß er den Beinamen Tineman (der Verlierer) erhielt. Er wurde 1402 bei Homildon von Percy gefangen genommen, mit dem er sich gleich darauf gegen Heinrich IV. von England verband, aber nur, um 1403 bei Shrewsbury von neuem in Gefangenschaft zu geraten. In der Folge führte er Karl VII. von Frankreich eine Hilfsmacht von 5000 Schotten zu, worauf ihm dieser das Herzogtum Touraine verlieh. Am 17. Aug. 1424 ward er jedoch von dem engl. Regenten Bedford bei Verneuil geschlagen und fand in diesem Treffen den Tod. — Archibald, fünfter Graf D., maßte sich während der langen Minorennität Jakobs II. fast königl. Autorität an. Er starb 1439. — William, sechster Graf D., sein Sohn, ward 1440 von dem Kanzler Crichton nach Edinburgh gelockt und dort nebst seinem Bruder David hingerichtet. — Ihm folgte sein Oheim, James der Dicke, als siebenter Graf D., der den thätigen und unternehmenden Charakter dieses Geschlechts nicht besaß und den Mord seines Vorgängers ungerächt ließ. — Desto größere Energie entwickelte William, der nach dem Tode seines Vaters 1442 der achte Graf D. wurde. Durch eine Heirat mit seiner Base Margaret, der einzigen Schwester des Ermordeten, brachte er auch den Teil der Familiengüter an sich, der an die weibliche Linie übergegangen war, und zwang Jakob II., ihn zum Statthalter des Königreichs zu ernennen, in welcher Eigenschaft er dem Monarchen nur den Schatten der Macht ließ. Seiner Vormundschaft überdrüssig, lud ihn Jakob 1452 nach Stirling-Castle ein und erdolchte +* dort eigenhändig während eines Hoffestes. it ihm sank der Glücksstern des Hauses. Der obenerwähnte William, erster Graf D., hatte aus seiner zweiten Ehe mit Margaret Stewart, Schwester des Grafen von Angus, einen Sohn, George D., welcher 1389 die Grafschaft Angus erhielt und sich mit Marie, Tochter König Roberts III., verheiratete. Seine Nachkommen hielten sich zur königl. Partei, wurden nach der Achtung der ältern Linie mit einem Teile der Familiengüter belehnt und gelangten zu großem Ansehen. — Archibald D., fünfter Graf Angus, mit dem Beinamen Bell-the-Cat, erinnerte durch seine Macht und Größe an die alten D. Wie sie, empörte er sich gegen den König (Jakob III.), dessen Liebling Cochrane er w1480 aufhängen ließ, und zu dessen Entthronung er viel beitrug. Zwei von seinen Söhnen fielen 1513 in der Schlacht bei Flodden, eine Katastrophe, die er nicht lange überlebte. — Der dritte war Gavin D., Bischof von Dunkeld, einer der ältesten schott. Dichter, geb. um 1474, gest. zu London 1522. Seine bekanntesten Werke sind: Palace of honouro (1501), ein allegorisches Gedicht oder Regentenspiegel, welches er Jakob IV. widmete; «King Harto, eine bildliche Därstellung des menschlichen Lebens, zuerst in Pinkertons Sammlung altschott. Gedichte (Lond. 1788) veröffentlicht; eine 1513 geschriebene übersetzung der Aneide (Lond. 1553; neue Ausgaben mit dem Leben des Verfassers, Edinb. 1710 u. 1839), die, obgleich jetzt veraltet und zum Teil unverständlich, zu jener Zeit für meisterhaft galt. Seine «Poetical Hinna gab John Small (4 Bde., Edinb. 1874) heraus. Sein Neffe, Archibald, sechster Graf Angus, Enkel und Nachfolger des fünften, vermählte sich 1514 mit Margarete von England, Witwe Jakobs IV., und war eine Zeit lang im Lande mächtig, wurde aber 1528 geächtet und mußte sich nach England flüchten. Nach dem Tode seines Stiefsohns, Jakobs V., kehrte er 1543 in sein Vaterland zurück, wo er in alle seine Würden und Güter wieder eingesetzt wurde. Er hinterließ nur eine Tochter, Lady Margaret D., Gemahlin des Grafen von Lennox, dem sie Darnley, den Gemahl der Königin Maria Stuart, gebar. — Der Titel eines Grasen Angus ging daher auf Archibalds Neffen, David, über. Der Bruder desselben, James D., verheiratete sich mit Elisabeth, Erbin der Grafen von Morton, wurde von der Königin Maria zum Kanzler ernannt und nahm thätigen Anteil an den Verschwörungen und Intriguen jener Zeit. Er ward 1572 Regent von Schottland während der Minorennitat Jakobs VI. und beherrschte das Reich acht Jahre lang mit fast unumschränkter Gewalt, bis er angeit als Mitschuldiger an dem Morde Darnleys angeklagt, zum Tode verurteilt und 2. Juni 1581 zu Edinburgh hingerichtet wurde. — Sein Neffe Archibald, achter Graf Angus, folgte ihm auch als Graf von Morton, starb aber 1588 kinderlos, worauf die Grafschaft Morton der Familie D. von Lochleven, Nachkommen der frühern Grafen, die von Angus aber seinem Vetter Sir William D. von Glenbervie zufiel. — Des letztern Sohn William, Graf Angus, ward 1633 zum Marquis von D. erhoben und gehörte zu den treuesten Anhängern Karls I. — Sein Urenkel Archibald erhielt in Betracht des alten Glanzes der Familie 1703 schon als Kind die Würde eines Herzogs von D., starb aber 1761 unvermählt, wodurch der herzogl. Titel erlosch, während das Marquisat auf den Herzog von Hamilton überging, der von Lord William D., jüngerm Sohne des ersten Marquis, abstammte. (S. Hamilton.) — Der Schwestersohn des Herzogs von D., Archibald Stuart,. geb. 1748, erbte nach einem langen Prozeß die alten Familiengüter, nahm den Namen D. an und zum Peer erhoben. Ihm folgten seine drei Söhne, Archibald, Charles und James, die aber alle kin-H! derlos starben, der letzte 6. April 1857.