Damoiseau oder Damoisel bezeichnete in Frankreich den Edelknecht, der die Ritterwürde noch nicht erlangt hatte. Die reichen Edelleute nahmen solche Junker zu sich, welche ihre Gönner auf der Jagd und sonstigen Ausflügen begleiteten, die Botschaften ausrichteten und bei Tische aufwarteten. Sie wurden nach adeliger Zucht und Sitte ausgebildet und von den untern Knechten ihrer Herren bedient. Vom D. wurde man Schildknappe (éEcuyer), dann Ritter. Jetzt braucht man das Wort nur elten und immer im übeln Sinne, wie: Jungfernknecht, Schürzenheld, Stutzer. Damoiselle oder Demoiselle bezeichnete lange die adeligen Fräulein, d. h. die Töchter von Damen. Die großen und vornehmen Damen hatten sonst gewöhnlich arme Edelfräulein um sich, die sie erzogen und versorgten. Diese sog. Demoiselles waren bei den Damen, was die Damoiseaux bei den Herren waren. Alle ehrbaren erwachsenen Mädchen werden jetzt in Frankreich Mademoiselle enannt. Diesen Titel erhielt sonst die mit dem önige am nächsten verwandte Prinzessin, die unverheiratet war. Die Tochter Gastons, Bruders Ludwigs XIII., hieß so und wird in den Memoiren ihrer Zeit nie anders als «die große Mademoiseller genannt. In Deutschland war Mademoiselle, oder in volkstümlicher Verkürzung Mamsell, bis in das zweite Viertel des 19. Jahrh. die Anrede für unverheiratete Töchter bürgerlichen Standes. Seitdem ist dieses Wort fast ganz durch «Fräuleino verdrängt worden.