Danilo (Njegosch Petrowitsch), Fürst von Montenegro 1851—60, geb. 25. Mai 1826, studierte einige Jahre in Wien und bestieg, als sein Onkel Fürst Peter II. starb, 1851 den Thron. Er begann sogleich mit der Reform der Verwaltung. Dies hatte aber einen Aufstand im südl. Montenegro zur Folge, den die Türkei als Vorwand zur Intervention benutzte. In dem Jan. 1853 ausgebrochenen Kriege bewies D. große persönliche Tapferkeit und brachte den Türken eine vollständige Niederlage bei. Im J. 1855 gab er das erste bürgerliche Gesetzbuch für Montenegro heraus, welches die Blutrache und andere übele Gebräuche abschaffte. An dem Krimkriege nahm D. keinen Anteil, und als w1856 in Paris die Friedenskonferenz zusammentrat, begab sich D. nach Paris, um beim Kaiser Napoleon seine Wünsche betreffs einer diplomatischen Anerkennung der faktischen Unabhängigkeit Montenegros zu erwirken. Dies gab der türk. Regierung die Veranlassung zur Besetzung von Grahowo, das bereits seit Jahren mit Montenegro vereinigt war. Es kam hier 13. Mai 1858 zu einer blutigen Schlacht, in welcher die Türken gänzlich geschlagen wurden. Damals war D. der Weg in die Herzegowina offen, er aber folgte dem Rat der Großmächte und willigte in eine Grenzregulierung ein, die auch später zwischen Montenegro und der Türkei durchgeführt wurde. Nun begann D. mit erneuerter Energie an der Civilisation seines Volks zu arbeiten, berief Handwerker und Fachkundige, die das Volk die Seidenzucht und rationelle Feldwirtschaft lehrten. Auch die etwas gespannten Beziehungen zu Rußland wurden 1860 Rae Der vollständige Friede herrschte in Montenegro. Im Sommer 1860 weilte D. in den Bädern bei Cattaro, und hier wurde er am 13. Aug. beim Einsteigen in einen Kahn von Todoro Cadich aus Lorana, welcher als der Teilnahme an einer Verschwörung verdächtig aus Montenegro hatte fliehen müssen, durch eine Kugel tödlich verwundet und starb am zweiten Tage. Da D. keinen männlichen Nachfolger hinterließ, wurde von den Fürsten der Cousin D.s, Nikolaus, zum Fürsten ausgerufen.