FeedDappenthal (Vallée de Dappes)
ErdkundeBrockhaus 1882

Dappenthal (Vallée de Dappes), kleines Thal am westl. Abhange des Döle im Depart. Jura, gehörte seit alten Zeiten zum Waadtland und mußte 1803 an Frankreich abgetreten werden wegen der strategisch wichtigen Straße über den Col de la Faucille von Morey nach Gex. Die von Frankreich zugesagte Entschädigung wurde niemals geleistet, und der Wiener Kongreß (Art. 2 der Erklärung vom 20. März 1815) gab das Thal unter Zustimmung der franz. Bevollmächtigten an die Schweiz zurück. Doch suchte Frankreich später, um Herr der Caweisen e zu bleiben, eine Verzichtleistung der chweiz zu erlangen, und 19. Nov. 1815 unterzeichneten Osterreich, Großbritannien, Preußen und Rußland eine Erklärung, daß sie die Eidgenossenschaft —* diesem Schritte zu bestimmen suchen würden. Allein diese Erklärung wurde schließlich nicht in den Friedensvertrag aulgenommen, blieb also ohne völkerrechtliche Wirkung, als später die Tagsatzung das Begehren der genannten Mächte entschieden abgelehnt hatte. Von 1815 nun bis 1861 fanden zwischen den beiden zunächst interessierten Staaten unfruchtbare Verhandlungen statt, während Frankreich selten eine Gelegenheit vorübergehen ließ, sich als faktischen Besitzer geltend zu machen. Das D., ungefähr 1250 m 990 „umfaßt etwa 1800 ha und die beiden kleinen Weiler Cressonières und Jacobez. Die Justiz wurde durch die waadtländische Kantonalbehörde ausgeübt, allein der Widerstand Frankreichs Worsaut häufig die Vollstreckung der Urteile. Ein Vorfall des J. 1861 brachte endlich diese Grenz- und Souveränetätsstreitigkeit einer Lösung näher. Das waadtländische Gericht zu Nyon 10 einen Franzosen zu Gefängnisstrafe verurteilt. Als derselbe in Cressonières verhaftet werden sollte, besetzten 27. Okt. den Weiler ein franz. Infanteriepikett und Gendarmen. Der Bundesrat reklamierte durch seinen Gesandten in Paris wegen Gebietsverletzung; aber Frankreich machte seine faktischen Besitzrechte geltend. Indessen kam 7. Dez. 1862 zu Bern ein Vertrag zu Stande, wonach die Schweiz an Frankreich den Teil des D., der die Faucillestraße umfaßt, abtrat, in Auswechselung gegen einen entsprechenden Gebietsteil am Abhange des Noirmont bis zu der waadtländischen Grenze des Jouxthals, welchen Frankreich der Schweiz überließ. Vgl. Schulz-Bodmer, „Die Dappenthalfrager in Unsere Zeite (Jahrg. 1859). Dapper (0Oliver), holländ. Arzt und geogr. Schriftsteller, starb 1690 in Amsterdam. Seine bedeutendsten Schriften sind: „Historische Beschryving der stad Amsterdamo (1664), Herodot van Halicarnassuso (1665), „Beschryving van tweede en derde gezantschap nar China (1670), (1677; deutsch von Beer, Nürnb. 1681), 4Beschryving van Africa (1668).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 874Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6