FeedDarlingtönia Torr.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Darlingtönia Torr., . Mantnnt aus der Familie der Sarraceniaceen. Man kennt nur eine einzige Art, D. Californica Torr., die in der Sierra Nevada in Californien einheimisch ist. Es ist eine krautartige Pflanze mit eigentümlich gestalteten Blättern; die Blattstiele sind nämlich schlauchförmig ausgebildet und die kleine Blattspreite sitzt diesen Schläuchen gewissermaßen als Deckel auf. Die Blätter der jungen und alten Pflanzen sind dadurch unterschieden, daß bei den erstern die Mündung der Schläuche nach oben, bei den letztern dagegen nach unten gerichtet ist, weil der Blattstiel sich in seinem obern Teile nach unten gekrümmt hat; infolge dessen kann das Regenwasser nicht in die Schläuche der ältern Pflanzen hineindringen. Die Innenwandungen der Schläuche sind mit zahlreichen Drüsen und Haaren besetzt; die erstern scheiden reichlich wässerigen Saft ab, sodaß die Schläuche mit Flüssigkeit gefüllt werden; die Haare sind schief nach abwäris gerichtet und verhindern so das Hinaufkriechen kleiner Insekten an den Wandungen. Die Pflanze gehört nämlich wie alle Sarraceniaceen zu den sog. Fleischfressenden Pflanzen, und zwar dienen die mit Saft gefüllten Schläuche und die nach abwärts gerichteten Haare an den Innenwandungen derselben als Fangapparat. (S. hierüber den Artikel Fleischfressende Pflanzen und die dazugehörige Tafel.) Die Einwohner der Sierra Nevada sollen die Pflanzen deshalb zum Fangen der Insekten benutzen. Die Blüten der D. bestehen aus fünf Kelchblättern, zahlreichen Staubgefäßen und einem dreifächerigen Fruchtknoten, dem ein Griffel aufsitzt; Blumenblätter fehlen gänzlich. Die Pflanze wird ihrer eigentümlichen Blattformen wegen und außerdem als insektenfressende Pflanze in Deutschland häufig in ukanal⸗ Aates kultiviert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 884Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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