Dauphin (Delphinus), der frühere Titel des ältesten Sohnes der Könige Ler souvspane war ursprünglich der Herrschertitel der souveränen Herren der franz. Provinz Dauphine (f. d.). Der kinderlose Humbert II. vermachte 1349 die Dauphiné an Karl von Valois, den Enkel Philipps VI. von Frankreich. Nach der Thronbesteigung Karls V. wurde es dann Gebrauch, daß immer ein Prinz des 3.35 renden Hauses, und zwar der älteste Sohn des Königs, den Titel und das Wappen eines D. erhielt. Noch Ludwig XI. gestand dem D. bedeutende, fast souveräne Rechte zu; seitdem aber verlor die Provinz ihr eigentümliches Staatsrecht, und es ank nun die Würde zum bloßen Titel des präsumtiven Thronfolgers aus der unmittelbaren Descendenz des regierenden Königs herab, bis nach der Julirevolution von 1830 auch dieser Titel wegfiel. Der Herzog von Angouléme, ältester Sohn des Königs Karl X., war der letzte D. Zum Gebrauch für den Unterricht des D. ließ Ludwig XIV. unter der Aufsicht des Gouverneurs desselben, des Herzogs von Montausier, von den beiden Lehrern des Prinzen, Bossuet und Huet, eine Ausgabe der röm. und griech. Klassiker Kin usum Delphinid (um Gebrauch des D.) unter Weglassung der anstößigen Stellen besorgen, die mit Ausnahme des Ovid, der zu Lyon gedruckt wurde, in 64 Quartbänden zu Paris 1674 — 1730 erschien.