David Feleem ranz. Komponist, geb. 3. April 1810 zu Cadenet im Depart. Vaucluse, erhielt den ersten musikalischen Unterricht von seinem Vater als Chorknabe an der Kirche St.⸗Sauveur aa * und im Jesuitenkollegium, wurde auch 1829 Kapellmeister an jener Kirche, ging aber 1830 nach Paris ins Konservatorium. Vom St.⸗Simonismus anoben + er das Amt des Komponisten der rüderschaft. Nach Auflösung des Vereins wandte sich D. 1833 mit elf seiner Genossen nach dem Orient. Sie gingen, obschon aber alle Mittel, nach Konstantinopel, wurden aber von hier nach Smyrna deportiert und begaben sich endlich unter Entbehrungen aller Art nach R bpi von wo aus sie, der Pest entfliehend, durch die Wüste nach Syrien wanderten. Im J. 1835 kehrte er nach Frankreich zurück und ließ in Paris Gesänge mit orient. Nationalmelodien im Druck erscheinen, die unbeachtet blieben. Entmutigt zog er sich zu einem Freunde aufs Land zurück, wo er eine Menge von Werken (2 Symphonien, 24 Streichquintette, 2 Nonette für Blasinstrumente, viele Romanzen u. s. w.) komponierte. Nur selten gelang es ihm, in Paris oder in einer Provinzialstadt ein größeres Tonstück zur Aufführung zu bringen. Erst 1844 änderte sich seine Lage. Auf Grund eines von seinem Freunde, Glaubens⸗ und Leidensgenossen, August Colin, verfaßten Gedichts hatte er ein Tongemälde, Le déserto (Die Wüsten), komponiert, welches, als eine Mischung von rein Instrumentalem, Vokalem und Deklamatorisch-Melodramatischem, von ihm &Ode-Symphonie genannt wurde und seine Erinnerungen aus dem Morgenlande musikalisch illustrieren Hollte. Dieses Werk gelangte auf Verwendung Michel Chevaliers 8. Dec. 1844 im pariser Conservatoire zur Aufführung und erregte großen Enthusiasmus. Wie in ganz Frankreich, fand das Werk auch in Belgien, Deutschland, England, Italien u. s. w. Teilnahme und Aufmerksamkeit durch glückliche Tonmalerei, durch die geschickte Benuhung orient. Volksweisen und überhaupt durch die anziehende Charakterisierung im ganzen und im einzelnen. Den gleichen, wenn auch ebenfalls nur vorübergehenden Erfolg, hat jedoch D. mit keinem seiner nachfolgenden größern Werke wieder zu erlangen vermocht. Zu nennen sind davon: «Moise au Sinaly (ein Oratorium, 1846), &Christophe Colombo (eine Ode-Symphonie, 1847), (L. Eden (eine Art Oratorium, 1848, von D. selbst KMysterium benannt) und die Opern: La perle du Brésilo (1851), Hereulanum (1859) und Lalla Rookho (1863). Er starb 29. Aug. 1876 in St.⸗Germain bei Paris. David (Ferd.), ausgezeichneter Violinvirtuos, geb. 19. Jan. 1810 zu Hamüung, kam schon 1823 kaum 13 J. alt, nach Kassel zu Spohr. Im J. 1825 trat D. mit seiner talentvollen Schweser Luise, später verehelichten Dulcken (geb. zu Hamburg 29. März 1811, gest. zu London 12. April 1850), eine Kunstreise an und fand überall Anerkennung und Aufmunterung, brachte die nächsten 10 Jahre in kleinen Anstellungen oder auf Kunstreisen zu und wurde 1836 Konzertmeister am Gewandhaus in Leipzig, welche Stellung er bis zu seinem Tode innehatte. Hier wirkte er neben senem Freunde Mendelssohn. Sein Lehrtalent bethätigte er besonders seit Begründung des Konservatoriums zu Leipzig, und zahlreiche tüchtige Violinisten sind aus seiner Schule hervorgegangen. Verschiedene Ausgaben gediegener Studienwerke (von Kreutzer, Ficrillo u. s. w.) und älterer Violinkompositionen, so- wie e eigene, als vorzüglich anerkannte Violin schule bezeugen ebenfalls seine große Lehrgeschicklichkeit. Als Komponist besonders für sein Instrument thätig, hat er viele Konzerte, Variationen, Capricen, Etuden, Salon⸗ und Charakterstücke u. s. w. eliefert. D. starb 19. Juli 1873 in der Nähe von losters im Prättigau (Graubünden).