FeedDavid (Franz)
ReligionBrockhaus 1882

David (Franz), siebenbürg. Sihonbürnen geb. um 1510 zu Klausenburg in Siebenbürgen, von deutscher Gächs.) Herkunft, machte seine Studien erst in seiner Vaterstadt, dann in Weißenburg lietzt Karlsburg) und betrieb mit besonderm Eifer das Studium der ⁷— und der Theologie. Als kath. Priester wirkte er einige Zeit in Weißenburg und wurde durch die Gunst seines bischöfl. Vikars nach Wittenberg gesendet. Als Schulrektor zu Bistritz trat er 1551 zum Luthertum über und wurde 1552 evang. Prediger in Petersdorf, 1555 Schulrektor in Klausenburg. An den Kämpfen der Lutheraner gegen Katholiken und Reformierte nahm er regen Anteil und wurde infolge dessen luth. Pfarrer in Klausenburg und Bischof der magyar. Lutheraner in Siebenbürgen (1556). Aber schon im Aug. 1559 stand D. auf seiten der Anhänger Calvins, weshalb er 1564 Bischof und Hofprediger des Fürsten Johann Sigismund Szapolya wurd: Aber auch dieser theolog. Standpunkt wurde von D. bald wieder verlassen; schon 1566 bekämpfte er als Freund der Lehren Servets die calvinische Konfession. Als der siebenbürg. Landtag 1568 die antitrinitarische oder unitarische Kirche gesetzlich anerkannt hatte, wurde D. der erste Bischof dieser Kirche. Doch auch jetzt hatte der ruhelose D. den religiösen Frieden noch nicht gefunden. Er stellte sein besonderes Glaubensbekenntnis auf, das in mehrern Punkten von Servet und dessen siebenbürg. Apostel, dem Arzte Blandrata, abwich. Dieser

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 912Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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