Dechen (Ernst Heinrich Karl von), hervorragender deutscher Geognost, Mineralog und Bergmann, geb. 25. März 1800 1 Berlin, besuchte 181819 die Universität daselbst, widmete sich dann praktischen Arbeiten als Bergmann und beschäftigte sich bis 1822 in Bochum und Essen bei den Bergämtern mit technischen und administrativen Arbeiten. auh einer Reise durch den Bergamtsbezirk Düren, dur Belgien, Frankreich und Süddeutschland kam er im Nov. 1823 wieder nach Berlin und ward 1825 in der Abteilung für Bergwesen im Ministerium des Innern beschäftigt. Nachdem er hierauf 1826 —27 eine Reise durch England und Schottland ge—⸗ macht, ward er im Aug. 1828 in Stellvertretung eines Mitglieds des Oberbergamts nach Bonn gesandt. Er verblieb in dieser Stellung bis 1830, worauf er 1831 in Oberbergrat und vortragenden Rat in der Ministerialabteilung für das Bergwesen ernannt wurde. Daneben erhielt er 1834 eine außerord. Professur für Bergbaukunde an der Universität zu Berlin. Im J. 1838 erfolgte seine Ernennung zum Geh. Bergrat und 30. Mai 1841 die zum Berghauptmann und Direktor des Oberbergamts zu Bonn. Auf der allgemeinen Industrieausstellung zu Paris 1855 fungierte D. als Präsident der Jurygruppe für Stahl und Stahlwaren. Im Winter 1859 auf 1860 übernahm er auf den Wunsch von der Heydts die interimistische Direktion der Abteilung für das Bergwesen im Handelsministerium, bis er Ende Mai 1860 auf seinen Posten nach Bonn zurückkehrte. In Anerkennung der von ihm geleisteten Dienste ward D. zum Oberberghauptmann mit dem Range eines Rats erster Klasse ernannt. Die große und durchgreifende Veränderung, welche in der Bergverwaltung des preuß. Staats infolge des Gesetzes vom 10. Juli 1861 eintrat, überhäufte die Oberbergamtsdirektion mit einer solchen Menge von Arbeiten, daß D., um sich die Freiheit für die von ihm begonnenen wissenschaftlichen Arbeiten zu wahren, den Entschluß faßte, 1. Jan. 1864 aus dem Staatsdienste auszuscheiden, wobei er seinen Wohnsitz in Bonn beibehielt. Seine litterarische Thätigkeit über Gegenstände der Geognosie, der Mineralogie, des Berg- und Hüttenwesens hat D. schon frühzeitig begonnen. Außer zahlreichen, zum Teil sehr bedeutenden Arbeiten, die meist nur in Zeitschriften und Sammelwerken erschienen, sind unter seinen selbständigen Werken hervorzuheben: „Geognost. Umrisse der Rheinlande zwischen Basel und Mainz (2 Bde., Essen 1825), denen sich eine «Geognost. Karte der Rheinlande zwischen Basel und Mainz (Berl. 1825) anschloß; die vielverbreitete KGeognost. Karte von Deutschland, England, Frankreich und den Nachbarländerny (Berl. 1839; 2. Bearbeitung 1869), «Sammlung der Höhenmessungen in der Rheinprovinzo (Bonn 1852), Das Siebengebirger (Bonn 1852; 2. Aufl. 1860), «Die Vulkanreihe der Vordereifelo (Bonn 1861) und „Der Laacher Seery (Bonn 1864), welche Schriften aus den »Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins für die preuß. Rheinlande und Westfalen (seit 1847 unter der Präsidentschaft Di.s) besonders abgedruckt wurden; ferner: Die nutzbaren Mineralien und Gebirgsarten im Deutschen Reiche, nebst einer physiogr. und geognost. Übersicht des Gebieteso (Berl. 1873). Mit der geognost. Untersuchung der Rheinprovinz und Westfalens beauftragt, gab D. seit 1855 die vortreffliche „Geolog. Kartey dieser Provinzen heraus, welche bis 1865 in 34 großen Sektionen erschien. Zu derselben gehören die „Erläuterungen zur Geolog. Karte der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen⸗ (2 Bde., Bonn 1870—72). Außerdem gab D. noch die längst vorbereitete Geolog. Karte von Deutschlando (2 Blatt, Berl. 1869) heraus. Um die Anerkennung der Geologie als einer selbständigen Wissenschaft mit rdeullich verdi praktischen Zielen hat D. sich außerordentlich verdient gemacht.