FeedDefilement
AllerleiBrockhaus 1882

Defilement (frz.) heißt in der Befestigungskunst diejenige Anordnung des Grundrisses und Prosils eines Werks, welche durch die Rücksicht auf das vorliegende Terrain bedingt wird. Bezüglich des Grundrisses spricht man von horizontalem, bezüglich des Profils von vertikalem D. Ein Werk ist horizontal defiliert, wenn der Angreifer die Linien desselben aus wirksamer Schußweite nicht zu enfilieren (mit Geschütz bestreichen) vermag, namentlich nicht von günstigen Positionen her. Soweit dies durch die Führung des Grundrisses nicht erreichbar ist, wird Traversierung der Linien (s. Traverse), Bonnetierun (s. Bonnet), allmählicher Fall der Linien na den Enden hin zu Hilfe genommen. Auch ist es zweckmäßig, wenn man die Linien auf ungangbare Stellen im Vorterrain aligniert. Ein Werk ist vertikal defiliert, wenn das Profil den Angreifer vollständig verhindert, das Innere des Werks einsehen und direkt beschießen oder die dem Angriff abgekehrten Linien im Rücken fassen zu können. Wo Höhen im Vorterrain liegen, Grfordeld das vertikale D. häufig eine Vermehrung der Deckungshöhe über das normale Maß, oder die Anlage von Traversen und Rückenwehren im Innern eines Werks, was im Feldkriege der zeitraubenden Anlage halber zu vermeiden ist, weshalb man hier an derartigen Stellen den Bau von Schanzen lieber ganz unterläßt, oder jene Nachteile mit in den Kauf nimmt. Die Art, wie feldmäßige Befestigungen heute angelegt werden, läßt die Bedeutung des vertikalen D., auf das man früherhin übertriebenen Wert legte, in der Feldfortifikation sehr zurücktreten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 944Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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