Definieren (lat.) heißt den Inhalt eines Begriffs klar machen oder die Merkmale desselben und die Art ihrer Verknüpfung angeben. Die Merkmale dessen, was definiert wird, sind teils solche, die es mit andern Gegenständen gemein hat, teils eigentümliche. Eine richtige Definition darf weder zu weit noch zu eng sein, d. h. weder einen größern, noch einen kleinern Umfang bezeichnen als dem zu definierenden Begriff zukommt, au nicht das zu Definierende unmittelbar oder mittelbar wiederholen. Die Definition wird analytisch genannt, wenn ein vorhandener Begriff durch dieselbe in seine Merkmale aufgelöst wird, synthetisch, wenn durch Verbindung gewisser Merkmale ein neuer Begriff erst erzeugt wird. Synthetische Definitionen können zugleich genetisch oder eigentliche Sacherklärungen (definitiones reales) sein, wenn sie einen Begriff in seinem Zusammenhange mit der Erkenntnisquelle zeigen, aus welcher er entspringt, während Namenerklärungen (definitiones nominales) bloße Gleichsetzungen verschiedener Ausdrücke sind. Die bloße Beschrei⸗ „bung unterscheidet sich dadurch von der Defini⸗ „tion, daß in ihr nur einige Merkmale angegeben werden, oder daß der Begriff an einem konkreten Falle dargestellt wird. Desinitorium (lat.), bei den Mönchsorden eine Anzahl in den General- oder Generat oder Puogewählter Mönche, welche dem General oder Provinzial bei Aufrechterhaltung der Disciplin und allen wichtigen Ordensangelegenheiten beizustehen und mit ihm oder statt seiner die Visitation der Klöster zu besorgen hatten; in der prot. Kirche meist soviel wie Konsistorium. Die Mitglieder eines D. heißen Definitoren. Iteliidieret (lat.), fehlend, abtrünnig, auch entkräftet, dienstuntauglich geworden; Defizientenpriester, im kath. Kirchenwesen die zur Thätigkeit als Seelsorger untauglich gewordenen Priester. Defizit (lat., wörtlich «es fehlteo) bezeichnet im weitesten Sinne in der LemienSanben den überschuß der wirklichen Gesamtausgaben eines Rnde über die Gesamtheit der Einnahmen. Soange für ein solches D. noch kein definitives Deckungsmittel gegeben wird, solange z. B. der Staat sich von seinen Lieferanten Ausstand geben läßt oder sich mit zeitweiligen Vorschüssen pvon Bankiers hilft, ist das D. zugleich ein Decouvert. Zur wirklichen Deckung desselben müssen außergewöhnliche Mittel beschafft werden, entweder durch Anleihen oder durch Veräußerung von Staatsgütern oder durch Steuererhöhungen. „Hier ist zu unterscheiden, ob das D. ein solches im engern Sinne ist, ob es nämlich durch die Unzulänglichkeit der ordentlichen Einnahmen zur Bestreitung des normalen, regelmäßig wiederkehrenden Staatsaufwandes entsteht, oder ob es nur durch besondere außerordentliche Ausgaben Das W. gerufen worden. Im erstern me würde das D. chronisch werden, wenn man sich nicht zur Vermehrung der ordentlichen Einnahmen des Staates entschlösse. Nur dieses letztere Mittel entspricht unter solchen Umständen den Grundsätzen einer gesunden Finanzwirtschaft, da die Veräußerung von Staatsvermögen bald ihre Grenze erreicht, neue Anleihen aber für einen an einem chronischen D. leidenden Staat immer schwieriger werden und jedenfalls eine immer drückendere Zinsenlast erzeugen. Die Ausgabe von Papiergeld wäre für einen Staat in solcher Lage ein noch gefährlicheres Mittel. Entsteht das D. nur durch außerordentliche Ausgaben, so ist noch darauf zu achten, ob diese Ausgaben den Charakter staatswirtschaftlicher Kapitalanlagen haben, also den Staat entweder in den Besitz einer dauernden Fortelle pericha setzen, oder ihm andere bleibende Vorteile verschaffen. Unter dieser Voraussetzung wird die Deckung des D. normalerweise durch Anleihen zu beschaffen sein. Dasselbe wird dann in der Regel gar nicht oder doch nicht vollständig wirklich zu Tage kommen, inden man es bei der Aufstellung des Budgets vorausgesehen und zugleich schon für entsprechende außerordentliche Einnahmen gesorgt hat. Ist dagegen das D. durch außerordentliche Ausgaben anderer Art, z. B. durch einen plötzlich eingetretenen Notstand, eine Mobilmachung oder auch durch einen außergewöhnlichen plötzlichen Ausfall in den ordentlichen Einnahmen erzeugt, so wäre es theoretisch vielleicht am wünschenswertesten, das Gleichdenicht mittels außerordentlicher Steuerzuschläge herzustellen; praktisch aber dürfte es am zweckmäßigsten sein, eine Anleihe aufzunehmen, die in einem mäßigen Zeitraume, nötigenfalls mit Hilfe von Steuerzuschlägen, zu amortisieren wäre. (Val. Staatsschulden.) ö struierter Schornsteinaufsatz zur Regelung des Zugs. 1. Junofean (lat.), der Blüte berauben, daher eine Jungfrau entehren, schwächen; Defloraration, das Abblühen, Schwächung einer Jungfrau; Deflorationsgelder, die Entschädigung, welche der Schwängerer (Deflorator) der Geschwängerten (Deflorata) in manchen Ländern erlegen mußß.