Dekker (Eduard Douwes), niederl. Schriftsteller, geb. zu Amsterdam 2. März 1820, ging nach Beendigung seiner Gymnasialbildung 1841 mit seinem Vater, einem Schiffskapitän, nach Java, wo er bald eine Anstellung als Regierungsbeamter erhielt. Als er 1858 in Lebak, wo er Assistent]⸗Resident war, den Erpressungen, welche die Bevölkerung von einem ihrer von der Kolonialregierung angestellten Häupter erlitt, ein Ende machen wollte, stieß er bei seinen Vorgesetzten auf Widerstand, sodaß er sich veranlaßt sah, seine Entlassung einzureichen. Nach Holland zurückgekehrt, veröffentlichte er unter dem Pseudonym Multatuli einen Roman Max Iavelaar of de koffijveilingen der Nederlandsche Handelmaatschappij »(Amsterd. 1860), in welchem Scenen aus dem ind. Leben anmutig geschildert und die Ereignisse in Lebak ergreifend erzählt waren. Der glänzende Erfolg dieses Werks ermutigte D. zu der Veröffentlichung einer Reihe von Schriften über politische, sortale, philos. Gegenstände, in erzählender, dramatischer, aphoristischer oder polemischer Form. So entstanden Indrukken van den dago (Arnh. 1860), «Minnebrievenv (Amsterd. 1861; 5. Ausg. 1871), 4Over vrijen arbeid in Nederlandsch Indiés (Amsterd. 1862) AIdeëno (4 Bde., Amsterd. 1862—75), (De Bruid daar boveno, ein Trauerspiel (Amsterd. 1864: 2. Ausg. 187²), (Bloemlezinge (Amsterd. 1865), „Herdrukkeno (Amsterd. 1865), Een en anden naar aanleiding van J. Bosscha's Pruissen en Nederland (Amsterd. 1867), Duizend en eenige hoofdstukken QWer specialiteitend (Delft 187¹ WNog eens: vrije arbeid in Nederlandsch Indiss (Amsterd. 1871), KMillioenen Studienv (Amsterd. 1872). Das öfter aufgeführte Drama De Vorstenschoolo erschien im 4. Bande der «Idend (Amsterd. 1872). D.s Werke zeichnen sich aus durch einen feurigen, hinreißenden und doch sorgfältigen Stil, durch Originalität der Gedanken und durch Unab-Debt Bein der Gesinnung. Seit mehrern Jahren ebt D. in Wiesbaden.