Dekker (Jeremias de), holländ. Dichter, wurde 1609 zu Dordrecht geboren. Sein Vater, Abraham D., geb. 1582 zu Antwerpen, gest. 16. Mai 1658, hatte sich dem Kriegsdienste gewidmet, den reform. Glauben angenommen und drei Jahre lang Ostende gegen den Erzherzog Albert aufs mutigste verteidigen helfen. Nach der Übergabe von Ostende verließ er die span. Niederlande und zugleich den Kriegsdienst und ließ sich erst zu Dordrecht und später zu Amsterdam nieder. Der Sohn zeigte schon früh einen scharfen, mit lebhafter Phantasie verbundenen Verstand und ein gesundes Urteil, und ein eifriges Studium der alten und neuern Litteratur bildete seinen Geschmack. Poesie war und blieb seine Lieblingsbeschäftigung, und seine Geistesprodukte zeichnen sich durch reine Sprache und kernigen Ausdruck vorzüglich aus. Das erste von ihm herausgegebene Werk war: De Klaagliederen van Jeremiasv, denen bald mehrere andere, namentlich auch übersetzungen folgten. Viele seiner Gedichte verdanken ihre Entstehung seinem warmen Gefühle für Liebe und Freundschaft, und gerade diese — ören zu den ausgezeichnetsten Früchten seiner Muse. Sein Lof der geldzuchto, eine treffende Satire, der «Goede vrijdago, Gedichte auf das Leiden Christi, stehen, gleich seinen lyrischen Gedichten, noch in wohlverdientem Ansehen, und seine Epigramme (puntdichten) gehören zum Besten, was die Litteratur jener Zeit in dieser Gattung aufzuweisen hat. Er starb 1666. Die besten Ausgaben seiner Gedichte mit beigefügter Biographie besorgten Brouerius van Nideck (2 Bde., Amsterd. 1726) und Geijsbeek (2 Bde., Amsterd. 1827).