FeedDelphinium Tonrn.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Delphinium Tonrn., Rittersporn, Pflandes Linnd aus der 13.Klasse (Polyandria Trigynia) des Linneschen Systems und der Familie der Ranunkelgewächse. Ihre Arten sind ein⸗ oder mehrjährige Gewächse mit abwechselnden, gestielten, handteiligen und gespaltenen Blättern und zu Ahren, Trauben oder Rispen gesammelten Blüten von vorherrschend blauer oder violetter Farbe. Die Blu⸗· men besitzen einen fünfblätterigen, unregelmäßigen. kronartigen Kelch, dessen oberes, unpaariges Kelchblatt gespornt ist, und eine vier⸗ oder verwachsenblätterige Blumenkrone mit honigtragender Nebenkrone im Sporn. Die Frucht ist eine ein-bis vielsamige Balgkapsel. Zu dieser Gattung deren Arten vorzugsweise in Europa und Asien heimisch sind, gehören mehrere unserer beliebtesten Gartenzierpflanzen, B. D. Ajacis L., der in den Umgebungen des Mittelmeers wildwachsende Gartenrittersporn, und D. Consolida L., der in Deutschland häufig als Unkraut unter dem Getreide vorkommende Feldrittersporn. Von beiden einjährigen Sommergewächsen sind in den Gärten zahllose Sorten mit derichiede halb⸗ und ganzgefüllten Blumen in den verschiedensten Farben entstanden. Bei D. Ajacis stehen die Blumen in einer reichen, dichten Traube. Von seiner Lach der-He gefüllt blühen den Form unterscheidet sich der Hyacinthenrit tersporn durch stärker gefüllte, in sehr dichter, oben abgerundeter Traube stehende Blumen, der Ranunkelrittersporn durch spitzere Trauben und äußerst zahlreiche, schmalere, spitze Blumenblätter. Außer diesen beiden besitzen die Gärten auch eine zwergwüchsige Form (Zwergrittersporn). Aus den Feldrittersporn, dessen Blumen in rispigen. armblütigen Trauben stehen, haben sich als Deon. ders schöne Formen der Kaiser-, der Bismarck⸗ und der Kandelaberrittersporn entwickelt. ö Außer diesen und andern Einjährigen werden in den Gärten ziemlich viele perennierende Rittersporn-Arten von ausgezeichneter Schönheit kultiviert. Von ihnen sind zu nennen: D. formosum Hort., dessen Flor leider nur zu häufig durch Meltau zerstört wird, D. grandiflorum L. und D. elatum L., alle drei mit großen, prächtig azur⸗ oder indigoblauen Blumen, vor allem aber D. hybridum Hort., der Bastardrittersporn, in vielen Varietäten mit einfachen oder gefullten, in den verschiedensten blauen Nuancen strahlenden, D. cardinale Hoo und D. nudicaule Torr. et Gr., beide mit scharlachroten Blumen, welche beiden letztern ebenfalls häufig durch den Meltaupilz verunstaltet werden. Die einjährigen Arten werden schon im Herbst in das sreie Land gesäet, die niedrigen vorzugsweise als Einfassung, die höhern beet⸗ oder gruppenweise. Die perennierenden Arten vermehrt man am leichtesten durch Stockteilung. D. Staphysagria L., Läuse- oder Stephanskraut, wurde früher als Arzneipflanze kultiviert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 29Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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