FeedDeneschka
GeschichteBrockhaus 1882

Deneschka, kleine russ. 192 — s. Denga. Deufert-Rochereau (Pierre Marie Aristide), franz. Oberst, bekannt durch seine tapfere Verteidigung von Belfort, geb. 11. Jan. 1823 zu St.⸗Maixent im Depart. Deux-Sevres, besuchte die polytechnische Schule und die Applikationsschule zu Metz, aus welcher er 1847 als Lieutenant in das 2. Genieregiment eintrat. Bei Ausbruch des Orientkriegs war er bereits Kapitän, wurde vor Sewastopol beim ersten Sturm auf den Malakow durch Gewehrschüsse in die Schulter und das Bein schwer verwundet und nach Frankreich zurückgebracht, wo er dann als Lehrer an der Applikationsschule zu Metz wirkte. Im J. 1860 wurde er nach Algerien versetzt und 1863 dort zum Bataillonskommandeur ernannt. Im J. 1861 wurde D. Geniekommandant der Festung Belfort, stieg dort zum Oberstlieutenant und 17.Okt. 1870 zum Obersten auf und entwickelte bei der Verteidigung des Platzes große Zähigkeit. Abweichend von dem Verhalten fast aller übrigen franz. Kommandanten, setzte D. schon der Einschließung der Festung durch Ausfälle hartnäckigen Widerstand entgegen und erreichte schließlich eine ehrenvolle Kapitulation. (S. Belfort.) Seine Thätigkeit und die Geschichte der Verteidigung beschrieb er in La défense de Belforto (Par. 1871) und nahm nach dem Friedensschlusse den Abschied, obgleich er die vorgeschriebene Altersgrenze noch nicht erreicht hatte. Am 2. Juli 1871 wurde D. von drei Departements zum Deputierten gewählt und vertrat später das 6. Arrondissement von Paris in der Deputiertenkammer, welches ihn auch nach der Auflösung der Kammer im Okt. 1877 wiederwählte. D. schloß sich dem republikan. Verein an. Er starb 11. Mai 1878 zu Versailles und wurde, nachdem zu Versailles sein Leichenbegängnis auf Staatskosten stattgefunden, 3 Montbeliard bestattet. Dem Fort Bellevue bei Belfort wurde 15. Mai 1878 sein Name beigelegt; in Montbeliard ward ihm 21. Rai 1879, in seinem Geburtsort St.⸗Maixent 16. Mai 1880 ein Standbild errichtet. * Ider Pennschka, auch Deneschka genannt, eine kleine russ. Münze, die Hälfte der Kopeke oder ½%% Rubel, geprägt seit 1867 in Bronze, öher in Kupfer. Die Mehrzahl des Wortes, Dengi (s. d.), bedeutet überhaupt Geld. Deugelgeist, in Schwaben der sagenhafte Sensenmann, der als bärtiger Greis auf dem Kirchhose sitzt und seine Sense «dengelteo (schärft), um die zum Tode Bestimmten niederzumähen, also die Personifikation des Todes selbst, wie er mit seinem Attribute auch llte in der Sage und bildenden Kunst des Mittelalters, freilich mehr noch als Gerippe, erscheint. Der alamannische Dichter Hebel gestaltet ihn als Engel mit goldenen Flügeln, in weißem Gewande, das ein rosenfarbener Gürtel umgibt. Befragt gibt der D. an, er mähe nur Futter für den Esel des Christkindchens und für die Kühe des heil. Fridolin; aber er kennzeichnet sich doch als Todesbote, verwandt in seiner Thätigkeit mit dem griech. Hermes Psychopompos.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 51Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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