Depping (Georg Bernh.), bekannt als Geschichtschreiber in franz. und deutscher Sprache, geb. 11. Mai 1784 zu Münster, ging 1803 mit einem franz. Emigranten nach Frankreich, um dieses Land, insbesondere Paris, kennen zu lernen. Er entschied sich bald für den bleibenden Aufenthalt in der franz. Hauptstadt, wirkte längere Zeit hindurch an verschiedenen Erziehungsanstalten und beschäftigte sich dann als Privatgelehrter mit litterarischen Arbeiten, bis er 6. Sept. 1853 starb. Außer zahlreichen Beiträgen zu verschiedenen deutschen und franz. Zeitschriften, zu Encyklopädien, verfaßte er eine Reihe geogr., besonders histor. Werke, von denen mehrere von der Akademie gekrönt wurden und auch im Auslande die verdiente Anerkennung gefunden haben. Dahin gehören: Histoire des expéditions mari⸗- times des Normands et de leur établissement en France au 10° siècles (2 Bde., Par. 1826; 2. Aufl. 1844; deutsch, Hamb. 1829), Histoire de commerce entre I'Europe et le Levant depuis les eroisades jusqu'à la fondation des colonies d' Amériquep (2 Bde., Par. 1832), Les Juifs du Moyenager (Par. 1834; deutsch, Stuttg. 1834), Mistoire de la Normandie sous le règne de Guillaume le Conquérant et de ses successeursv (2 Bde., Rouen 1835), 4«Geschichte des Kriegs der Münsterer und Kölner im Bündnis mit Frankreich gegen Hollandhalts m 1840). In der ersten Zeit seines Aufentalts in Frankreich beschäftigte er sich auch viel mit Studien über die Geschichte und Litteratur Spaniens, als deren Früchte die unvollendet gebliebene (Histoire générale de I'Espagnen (2 Bde., Par. 1811) und die «Sammlung der besten alten histor. spanischen Romanzen»(Lpz. 1817; zweite Bearbeitung unter dem Titel „Romancero castellanon, 2 Bde., Lpz. 1844; Bd. 3, von Wolf, 1846) erschienen. Beiträge zu seiner Lebensgeschichte gab er in (Erinnerungen aus dem Leben eines Deutschen in Pariso (Lpz. 1832). ö