Desiderins, Herzog von Tuscien, warf sich nach dem Tode des Königs Aistulf im Nov. 756 zum Könige der Longobarden auf und erlangte, nachdem der Bruder des Verstorbenen, Rachis, eine kurze dur ihm das Königtum streitig gemacht Enu urch päpstl. und fränk. Einfluß die Anerennung des Volks. Der Verlauf seiner Regierung ist durch das Verhältnis zu diesen beiden unter sich verbündeten Mächten bedingt. Schon Aistulf war durch Pippin den Kleinen gezwungen worden, Eroberungen auf Kosten des Papstes herauszugeben und den Franken Tribut zu zahlen, und auch D. wurde durch sie zur Einhaltung des frühern Vertrags genötigt. Dagegen gelang es ihm, die fast unabhängigen Herzogtümer Spoleto und Benevent fester mit seinem Reiche zu verknüpfen, und indem er h weiter gehenden Ansprüchen des Papstes erwehrte, ein freundliches Verhältnis zu den Franken zu gewinnen: die Söhne Pippins, Karlmann und Karl d. Gr., vermählten sich mit seinen Töchtern Gerberge und Desiderata. Der Bruch mit Karl d. Gr. erfolgte jedoch, als Karl 771 seine Gattin verstieß und, als Karlmann 4. Dez. 771 starb, auch dessen Witwe und Kinder zu ihrem Vater zu flüchten zwang, der, seine Macht überschätzend, nicht nur die 7½½1 derselben gegen Karl verfocht, sondern sich sogleich auch auf dessen Verbündeten, den Papst Hadrian I., warf und Rom selbst angriff. Das gerade machte die Franken willig, dem Aufgebote Karls gegen die Longobarden Folge — leisten. D. versuchte 773 ihnen an den Clusen er Westalpen den Eingang nach Italien zu versperren, wurde aber umgangen, zum Rückzuge auf seine Hauptstadt Pavia genötigt und dort von Karl eingeschlossen. Im Juni 774 mußte er sich ergeben, um nach fränk. Sitte mit seiner Gemahlin Ansa und seinen Töchtern als Staatsgefangene in verschiedenen Klöstern des Nordens eingesperrt zu werden. Die Versuche seines beizeiten nach Konstantinopel geflüchteten H. Adelchis, mit Hilfe der Byzantiner die Selbständigkeit des Longobardenreichs herzustellen, scheiterten sämtlich, die von ihm veranlaßten Aufstände (zuletzt 786) wurden von Karl unterdrückt, Adelchis selbst 788 gefangen und getötet. Nur Benevent, wo eine Tochter des D., Adalperga, mit dem Herzoge Arichis verheiratet war, erhielt 10 anfänglich frei; doch huldigte auch Arichis 787 Karl d. Gr. Eine andere Tochter des D., Luitberge, war mit dem Bayernherzoge Tassilo vermählt. Daß eine Tochter des D., in Liebe zu Karl entbrannt, ihm Pavia also den Vater verraten habe, jedoch von den 0 en der fränk. Rosse im Thore zertreten worden sei, gehört der Sage an, die ü ues den Untergang des Longobardenreichs und seines letzten Königs umsponnen hat. Vgl. Sigurd Abel, „Untergang des Longobardenreichs in Italieno (Gött. 1859).