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GeschichteBrockhaus 1882

Detmold, Haupt⸗ und Residenzstadt des Fürstentums Lippe, am Fuße des Teutoburgerwaldes, an der Werre und an der Linie Herford-Detmold der Preußischen Staatsbahn, ist aus einer um 1300 gegründeten Altstadt und einer seit 1709 angelegten Neustadt entstanden, zählt (1880) 8053 meist evang. E. und ist Sitz sämtlicher obern Landesbehörden, sowie eines Land⸗ und eines Amtsgerichts. Zu den öffentlichen Gebäuden gehören drei Kirchen, das fürstl. urh unit den im Renaissancestil aus dem 16. Jahrh., mit dem Marstall, das 1708—18 erbaute und 1850 vergrößerte Neue Valais mit Lustgarten, ein Theater, ein großes Landkrankenhaus, Taubstummenanstalt, eine Landesstrafanstalt, ein Gymnasium und Rathaus. Di besitzt eine ansehnliche öffentliche Bibliothek von 50000 Bänden, ein Naturwissenschaftliches Museum, ein Landschullehrerseminar, ilitärhospital, Gewerbeschule, vortreffliche Armenanstalten und milde Stiftungen, darunter die Pflegeanstalt und die neuere Paulinenanstalt. Die Stadt hat ausgedehnte Waldpromenaden und Anlagen, besonders in der Richtung des frühern Lustschlosses Friedrichsthal; 5 Km südwestlich von D. ist die Grotenburg (388 müber dem Meere, 254 m über Detmold) mit dem kolossalen Hermanns-Denkmal (s. d.) von Bandel. D. ist der Geburtsort von Freiligrath und Grabbe. D wird unter dem Namen Thiatmelli und als Ort einer 783 von Karl d. Gr. den Sachsen gelieferten Schlacht schon von den fränk. Chronisten viel genannt. Vgl. Thorbecke, «Reisehandbuch für den Teutoburgerwald, D., Hermanns-Denkmal u. s. w. (Detm. 1882). ů

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 101Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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