Deutsch-Brod (czech. Nämecky Brod, d. i. deutsche Furt), Stadt im östl. Böhmen an der Sazawa, die hier von Nord und Süd Zuflüsse erhält, und an der Ssterreichischen Nordwestbahn, mit (1880) 5436 C. czech. Nationalität, die neben städtischen Gewerben sich vornehmlich mit Feldwirtschaft befassen. D. ist der Sitz einer umfaßt, bat eun schaft, die zwei Gerichtsbezirke umfaßt, hat ein Kommunal-Realgymnasium und eine schöne, im 13. Jahrh. dem Deutschen Ritterorden zuständige Pfarrkirche, die trotz der Verwüstung durch die Hussiten 1422 noch die got. Bauform bewahrt hat. Mit dieser Verwüstung, nach welcher die Stadt viele Jahre verödet blieb, schwand aber ihr alter Ruhm als Bergstadt. Von deutschen Bergleuten, vielleicht schon im 11. Jahrh., gegründet, lieferte sie eine bedeutende Ausbeute an Silber. Zur Bergstadt erhoben wurde sie vom Könige Johann 1321, zerstört durch den Hussitenführer Ziska im obengenannten Jahre. Die Neubesiedelung geschah durch Czechen; jedoch alle Bemühungen, den alten Bergbau wieder in Gang zu bringen, blieben fruchtlos. D. ist der Geburtsort des Michael de Causis, eines der eifrigsten Gegner des Huß auf dem Konzil zu Konstanz.