Deutsch, got. thiudisk, althochdeutsch diutisc, mittelhochdeutsch diutsch, stammt von dem got. Substantivum thiuda, Volk, grch. eDvos, und bedeutet also eigentlich soviel wie volkstümlich. Das Wort findet sich zuerst in einer Stelle (Gal. 2, 1½ der got. Bibelübersetzung des Ulfilas: jabai thu ludaius visands thiudiské libaiso (wenn du, ein Jude seiend, heidnisch lebst), und entspricht genau dem im Grundtexte stehenden griech. 24e (d. h. eigentlich volkstümlich, dann bei christl. Schriftstellern: heidnisch, wie 23vos auch die Heiden bezeichnet). Ahnlich bedeutet auch in den folgenden Jahrhunderten das althochdeutsche Beiwort diutisc (oder latinisiert theotiscus) Kdas, was dem Volke zugehört v, und mithin, von der Sprache gebraucht (wie es vorzugsweise geschieht), entweder «die Sprache des Gesamtvolkso überhaupt oder, dem Latein gegenüber, «die Sprache des ungelehrten Volksv. Mit dem Überwiegen der Reichseinheit uber die Sonderung der Stämme und mit dem Aufblühen einer über den Mundarten stehenden Dichtersprache im 12. und 13. Jahrh. hob sich auch die Bedeutung des mittelhochdeutschen diutsch zur allgemein gültigen, oft mit edelm Selbstgefühle ausgesprochenen Benennung unserer dudem Nolis überhaupt und des gesamten sie redenden Volks. Diese Bedeutung des Wortes hat sich seitdem unverändert erhalten; auch die Form desselben erfuhr nur die geringe, durch das Botals Iue Lautgesetz bedingte Veränderung des Vokals. Das Sprachgefühl aber erkennt noch die ursprüngliche Bedeutung von deutsch als einer dem gesamten Volke geläufigen und mehr als irgend eine andere Art der Mitteilung verständlichen Sprache in Ausdrücken wie: «mit jemand deutsch reden »,‚ und in den verwandten Wörtern: deuten, deutlich, bedeutend, Bedeutung u. s. w. Die Schreibart teutsch stützt sich auf unhaltbare Gründe und widerstreitet dem Konsonantengesetze der deutschen Sprachentwickelung, dem Gesetze der sog. Lautverschiebung, wonach der gehauchte Zahnlaut th (die dentale Aspirata) der got. Stufe auf der althochdeutschen Stufe in den weichen Zahnlaut (die dentale Media) d vorrückt und dann bestehen bleibt; denn die allerdings auch vorkommende mittelhochdeutsche Schreibung tiutsch ist aus dem Einflusse des roman. tyois hervorgegangen und mit diesem wieder verschwunden. Vgl. Hattemer, «Über Ursprung, Bedeutung und Schreibung des Wortes Teutschs (Schaffh. 1847); Grimm, «Deutsche Grammatikv — 1, Gött. 1840; neue Ausgabe von Scherer, rl. 1870); derselbe „Geschichte der deutschen Spracher (2 Bde., Lpz. 1848; 4. Aufl. 1880). Deutsch,‚, Maler, s. Manuel (Nikolaus). Den (Immanuel Oskar Menahem), Orientalist, geb. 28. Okt. 1829 zu Neisse von jüd. Eltern, besuchte das Gymnasium Iaolo Vaterstadt und studierte dann zu Berlin Philologie und Philosophie. Er ging 1855 nach England, wo er an der Bibliothek des Britischen Museums eine Anstellung fand. D. starb 12. Mai 1873 in Alexandria, wohin er sich zur Herstellung seiner angegriffenen Gesundheit begeben hatte. Die Resultate seiner deionders i legte er meist in Zeitschriften nieder, esonders in der „Quaterly Reviewo; auch in Smiths «Bibellexikonv. Nach seinem Tode erschien The literary remains of the late Emanuel D. (Lond. 1874). In deutscher übersetzung erschienen seine Artikel: Der Islam » (Berl. 1874) und Der Talmudo (Berl. 1869). 27. Okt. 1835 zu Moskau, bildete u Mahz 18⁵⁵ auf der dresdener Kunstakademie zum Maler aus. Seit 1863 unternahm er fast jährlich Reisen nach Italien und 1866 ließ er sich bleibend in Berlin nieder. Seine bedeutendsten Kartons sind der antiken Mythologie entlehnt: Fesselung des Prometheus, die siegreiche Germania und die Entführung der Helena (in der berliner Nationalgalerie) Sie zeigen blühendes Kolorit und reizende Lichtwirkung bei strenger Stilisierung der Zeichnung.