Demagög (arch., d. h. Volksführer) nannte man in den griech. Demokratien, besonders in Athen, einen Mann, welcher durch sein Ansehen beim Volke und durch seine Redegabe einen entscheidenden Einfluß auf die Entschließungen der Volksversammlungen und dadurch auf die Leitung der Staatsangelegenheiten ausübte. Ein solcher D. war also in der That eine Art von Diktator, wenn auch ohne gesetzliche Autorität, freilich nur so lange, als die Gunst der Menge ihm treu blieb. Am längsten besaß eine derartige Macht und am edelsten gebrauchte Perikles (s. d.), der daher vorzugsweise mit dem itel D. geehrt wird. Von D., die durch Selbstsucht ihren Einfluß mißbrauchten und den Namen D. in Mißkredit brachten, sind namentlich Kleon in Athen und Clodius in Rom zu nennen. In neuerer Zeit sind die Bezeichnungen D. und