Dia. . . griech. Vorsilbe, 6½%% dem deut-Dia, Istandia oder Standia, kleine Jaße 15 km nordöstlich von dem Hafen von Candia oder Megalokastron auf Kreta, bis 265 m hoch, 13 qkm groß, mit Marmor⸗ und Alabasterbrüchen. Diabäs ist ein Eruptivgestein von dunkelgrüner bis grünlichgrauer Farbe (daher früher gemeinschaftlich mit Diorit als Grünstein bezeichnet), welches aus einem krystallinisch-körnigen Gemenge von triklinem Feldspat (eno Labradorit) und Augit besteht, wozu sich Chlorit, Magneteisen, Titaneisen, Apatit und bei einer dann Quarzdiabas genannten Varietät Quarz gesellen. Ein wesentlicher Gehalt an Olivin begründet die Bezeichnung als Olivindiabas. Accessorisch finden sich namentlich Hornblende (die dieses Mineral enthaltenden Diabase werden als Proterobas auf-Det henl Enstatit, Epidot, Biotit, Pyrit, Kalkspat; der letztere ist, wie auch der Chlorit und ein Teil des Quarzes, ein sekundäres Umwandlungsprodult insbesondere des augitischen Gemengteils. Durch Parallellagerung der Feldspatleisten gewinnt das Gestein eine schieferige Struktur (Diabasschiefer). Seine feinkörnigen bis dichten Modifikationen werden Diabasaphanit, solche mitauseschiedenen großen Feldspat⸗ oder Augitkrystallen iabasp In Kalkt und endlich diejenigen mit Mandeln von Kalkspat (also mit durch Infiltration ausgefüllten Blasenräumen) Diabasmandelstein genannt. Der D. bildet Einlagerungen zwischen den paläozoischen Thonschiefern, Grauwacken und Kalksteinen und ist dann oft mit Eisensteinlagerstätten verknüpft, so im Vogtlande und Fichtelgebirge, in Nassau, Westfalen und im Harz, in Norwegen. Vielfach werden die Diabase von Tuffen und Konglomeraten begleitet, ehemaligen aschen- und sandähnlichen Auswurfsmassen, welche abwechselnd mit lavaartigen Ergüssen der massigen Diabase zur Eruption gelangten. Diabäsis (grch.), Durchgang, derPol-Diabẽtes Erch), Harnruhr oder Polyuria (Vielharnen) nennt man eine meist chronische Krankheit, bei welcher die Leidenden bedeutende, das gewöhnliche Maß oft unglaublich übersteigende Menen von Harn entleeren. Gewöhnlich ist damit hestiger Durst (Durstsucht, Polydipsia) verbunden, als Folge des übermäßigen Wasserverlustes. Die meisten Fälle von Harnruhr gehören der sog. uckerruhr oder Zuckerkrankheit, Honigarnruhr, Meliturie Diabetes mellitus, Glycosuria) an. Hier wird mit dem reichlich abgesonderten Urin eine mehr oder weniger beträchtliche, zuweilen täglich bis 1 kg und darüber betragende Menge von Zucker (Harnzucker, dem Traubenzucker chemisch gleich) entleert. Die Ursache dieses Übels ist noc nicht genügend erforscht, doch scheint so viel sicher zu sein, daß die diabetischen Vorgänge in der Leber stattfinden, indem der aus den Nahrungsmitteln stammende, durch die Chylusgefäße der Pfortader Hertnt-Zucker nicht, wie dies unter normalen Verhältnissen geschieht, in der Leber in sog. Glycogen umgewandelt wird, sondern als solcher unverändert in das Blut und den Harn übergeht. Wahrscheinlich geschieht dies unter dem Einflusse des centralen Nervensystems, wenigstens gelingt es, wie zuerst 31 Tieren s Claude Bernard nachwies, ieren durch einen Nadelstich in einer bestimmt umschriebenen Stelle des Kleinhirns in den Boden des sog. vierten Hirnventrikels künstlich D. zu erzeugen. Am häufigsten findet sich die Krankheit in den Blütejahren, 331 Hett bei Männern, verhältnismäßig häufig bei Fettleibigkeit; bisweilen scheinen heftige Gemütsbewegungen, fortgesetzte übermäßige Anstrengungen sowie erbliche Anlage ihren Ausbruch zu veranlassen; in andern Fällen läßt sich die Krankheit auf einen erlittenen heftigen Schlag, Stoß oder Fall auf den Kopf oder auf die man dem Diabetiker alle zuckerhaltige oder zuckerbildende (mehlige, schleimige) Kost, 10 hört er auch meist bald auf, Zucker mit dem Harn zu verlieren. Symptome der Krankheit sind, daß die Kranken ohne eine nachweisbare Ursache immer blässer, kraftloser und magerer werden, trotzdem daß reichlich essen und auffällig viel trinken. Ihr Atem wird eigentümlich riechend, ihr Zahnfleisch geschwollen und aufgelockert, ihre Haut trocken und schilferig, da die Schweißproduktion infolge des beaeltaeloden Wasserverlustes durch die Nieren ganz aufgehoben ist, ihre Stimmung trübe, die Ge- Wie Geuche der dn liegen oft ganz danieder. lle Gewebe der Diabetiker besitzen infolge ihrer Aarileit Durchtränkung mit zuckerhaltiger Blut-Rus igkeit eine große Neigung zu Entzündungen mit Ausgang in Eiterung und Brand, sodaß die Kranken oft monatelang von Furunkeln und den. Sicher ten Zellgewebsentzündungen geplagt werden. Sicher zu erkennen ist die Zuckerkrankheit nur durch den chem. Nachweis von Zucker im Harn, wozu man sich verschiedener Untersuchungsmethoden (sog. Zuckerproben) bedient. Die gebräuchlichste ist die Trommersche Probe, nach welcher man eine Portion des betreffenden Harns mit Atzkali oder Natronlauge versetzt und hierauf eine schwache Lösung von Kupfervitriol hinzufügt. Scheidet sich beim Erwärmen dieser Flüssigkeit rotes Kupferoxydul aus, so ist hiermit der sichere Nachweis von Zucker geliefert. Bei geringern Graden der Krankheit sind im Harn ost nur 1—2, bei athalte häufig 6—10 Proz. und noch mehr Zucker ent alten. Man kann die Krankheit oft lange in Schranken halten, wenn man den Kranken die zuckerige und mehlige Kost entzieht und sie vorzunsweist mit leischspeisen, Eiern u. dgl., sowie mit dem zu dieem Zweck erfundenen Kleberbrot ernährt. Da eine onsequent durchgeführte diätetische Behandlung für alle Diabetiker von der größten Bedeutung ist, mag hier ausführlicher mitgeteilt werden, welche Nahrungsmittel ihnen zuträglich sind und welche sie am besten ganz zu meiden haben. Erlaubt sind isches, gepökeltes und geräuchertes leisch von äugetieren, von Vögeln, Fischen und Schaltieren Grebsen, Austern u. dgl.), ferner Butter Speck und Ol, Eier (das Weiße mehr als der otter), Sahne, Quark und Käse (magerer mehr als fetter), von den Begetabilien die zu Salaten dienenden ohl und andere Kohlarten, Lentals Rettich; ferner Kleberbrot, Mandelbrot (allenfalls auch etwas geröstetes Brot); Mandeln, Nüsse und Gewürze. Von den Getränken sind Wasser, Soda⸗, Selters- und alle Mineralwässer, Thee, Kaffee und Kakao, wie Rhein⸗ und Moselweine) zu gestatten. Streng zu verbieten sind dagegen Zucker und Honig, gewöhnliches Brot, Mehl und alle Mehlspeisen, alle süßen und eingemachten Früchte, von den Wurzelgemüsen Mohrrüben, gelbe Rüben, Sellerie, Gurken, Radieschen, weiterhin Milch, Molken, Chokolade, Bier, Champagner und moussierende Weine und Limonaden, endlich ortwein, Madeira und ähnliche süße Weine und Liqueure. Außer dieser streng diätetischen Behandlung ist besonders wichtig, daß man die Haut der Diabetiker durch Flanellkleidung auf dem bloßen Leibe, häufige warme Bäder, Thermalbäder, Schwefelbäder u. dgl. in Thätigkeit versetze. Von den empfohlenen spezihen Mitteln 95 sich karlsbader Wasser am meiten bewährt. Vor gewaltsamen Kuren mit ein-Arante du Arzneimitteln müssen sich übrigens solche eranke durchaus hüten. Vgl. Seegen,Der Diabetes mellitusv (Lpz. 1870); von Düring, «Ursache und Heilung des Diabetes mellituso (Hannov.1880); Cantani, Der Diabetes mellituso (aus dem Ital. von Hahn, Berl. 1877).