FeedDialog
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dialog (arch., die Unterredung, das Zwiegespräch) bedeutet mündliche Unterredung zwischen mehrern Personen; dialogisieren, etwas in die Würn, tesond. einkleiden. Die Philosophen der Alten, besonders die Griechen, liebten diese Darstellungsform und bedienten sich ihrer zur Mitteilung der Untersuchungen über Afche.H. aen Geenstände. Der sog. Sokratische D. ist ein in espräch, daß der Befragte durch die Fragen bestimmt wird, diejenigen Vorstellungen selbst zu entwickeln, welche der WMagende in ihm hervorbringen will, und die philosophischen D. des Plato sind Anterru philol. Dramen, welche die Sokratische ntersuchungsweise auf Gegenstände der Metaphysik anwenden. Von den Neuern ahmten diese Form nach unter den Deutschen Erasmus von Rotterdam, später Lessing, Moses Mendelssohn, Engel, Herder, Klinger, A. G. Meißner, Jacobi, Schelling und Solger. Im komischen und satirischen D. kopierte Wieland mit Glück den Satiriker Lucian. Unter den Italienern haben sich Petrarca, Machiavelli, Gelli, Algarotti und Gasp. Gozzi ausgezeichnet, bei den Franzosen Malebranche, Fenelon und Fontenelle. Unter den Engländern folgten G. Berkeley und Rich. Hurd dem Plato, James Harris dem Cicero. Der kunstgemäße D. fordert Reichtum an Ideen, Lebendigkeit der Einbildun Slrast und Gewandtheit des Geistes in Gue 11. Grade. Gehen die Gedanken durch ntschlüsse in That über, sodaß das Gespräch die Motive der handelnden Personen darlegt und zur Handlung drängt, so entsteht der dramatische D., bei welchem in dem Gedankengange lebenherrscht. Im Drama wird der D. im engern Sinne dem Monolog entgegengesetzt; im Singspiele den Singstücken, wo er dann die Redepartien bedeutet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 297Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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