Diamagnetismus nennt man die abstoßende Einwirkung von Magneten auf alle nichtmagnetischen Stoffe. Schon seit dem Ende des 18. —115 kannte man oberflächlich einige hierher gehörige Thatsachen, wie die von stärkern Magnetpolen sich äußernde Abstoßung gegen Wismut und Antimon (Brugmans 1778, Le Baillif 1827) und gegen eine Holznadel (Coulomb 1802, Becquerel 1827). Allein erst nachdem man durch Hilfe galvanischer Elektricität sehr starke Magnete (Elektromagnete) herstellen gelernt hatte, war die Möglichkeit gegeben, die diamagnetischen Erscheinungen genaquer wahrnehmen und studieren zu können. Haupts ächlich verdankt man ihre Kenntnis den in die J. 1845 und 1847 fallenden Veröffentlichungen des berühmten Engländers araday. Doch hat auch der deutsche Physiker lücker wichtige cehen (18 über das Wesen dieser Erscheinungen gegeben (1848). Hängt man ein Eisenstüccchen in der Nähe eines Magnetpols an einem feinen Faden auf, so wird das Eisen kräftig von dem Magnetpole angezogen. Auch Nickel und Kobalt werden ausesoe „aber bedeutend schwä2s und noch viel weniger geschieht dies mit angan, Chrom, Cer, Titan, 80 adium, Platin und Osmium. Diefe Stoffe nennt man «paramagnetischer oder «magnetischev. Alle andern Stoffe aber werden, neben einem Magnetpole aufgehängt, nicht angezogen, sondern abgestoßen; man lläßt sich erfahren, ob ein fester Stoff magnetisch oder diamagnetisch sei, wenn man aaus dem zu untersuchenden Stoffe ein Fig. 1. Pole eines aufwärtsstehenden, hufeisenchen aus magnetischem Stoffe, so stellt es sich so, daß es (Fig. 2) seine beiden Enden nach den Magden Magnetpole steht. Die erste Lage NS nennt man Karials, die andere ab «äquatorial v. Die axiale Lage kommt dadurch zu Stande, weil das Stäbchen, von beiden Magnetpolen gleichzeitig anezogen, die äquatoriale Lage, weil es von beiden Polen Ain dem abgestoßen wird. ersten Falle werden in dem Stäbchen magnetische Pole erregt, welche mit den induzierenden Magnetpolen unlastern alent im zweiten Falle solche, welche mit etztern gleichnamig sind. An der Spitze der diamagnetischen Stoffe steht Wismut, dann folgen: Antimon, Zink, Zinn, Silber, Kupfer, Gold und viele andere Metalle; ferner organische Stoffe, wie Pflanzen-und Tierteile; überhaupt erwiesen sich bisher die Stoffe mehr dia-als paramagnetisch, so z. B. sehr viele Salze, Mineralien, eisenfreies Glas, Flintglas und viele andere. Plü er kam (1847) zuerst darauf, daß Krystalle, welche nicht zum regelmäßigen System gehören, ähnlich den drei Hauptachsen der Elasticität auch drei Hauptachsen der para⸗ oder diamagnetischen Einwirkung zu besitzen scheinen; die Phpit gehörigen Erscheinungen behandelt die Physik in der Lehre vom Krystallmagnetismus. Flüssigkeiten werden nach Faraday (1847) bei den diesbezüglichen Untersuchungen in eisen0 höchst dünnwandige Glasröhrchen eingeosse ach Plücker (1848) bringt man van der fraglichen Flüssigkeit ein wenig auf ein Uhrglas (auch Glimmerblatt) und setzt dieses (Fig. 3) auf die einanten zeigt sich dann, 4• e der Anziehung seitens r der beiden Pole, eine Anhäufung der Flüssigleiten ů über letztern und ein Thal in äquatorialer Rich-z tung; bei diamagnetischen Flüssigkeiten treten, in-e folge der Abstoßung von den Polen, ein Bergrücken in äquatorialer — 7 und oberhalb der Pole diama 1. 181 Wasser, Alkohol, Ather, Schwefelkohlenstoff, le, Säuren, die meisten organischen Säfte, sogar das eisenhaltige Blut. Gase werden, wenn sie brennbar sind, flammend oder allgemein als Ströme zwischen den einander sehr nahe gebrachten Magnetpolen geprüft, und aus der Formänderung der Flammen, oder aus der Richtung (Fig. 3), wo chem. Reagentien von den Gasströmen getroffen werden, geschlossen, ob das betreffende Gas von beiden Polen angezogen oder abgestoßen wird. Außer dem magnetischen Sauerstoff sind die andern Gase Ettee Diam Feste und tropfbarflüssige durchsichtige Diamagnetica, welche gewöhnlich die Ebene der Polarisation (s. b.) nicht elhen werden cirkularpolarisierend, wenn auf dieselben kräftige Laodera Ströme oder Magnete einwirken. Poarisieren jedoch die durchsi Dm Diamagnetica schon ursprünglich cirkular, so bewirken die magnetischen Kräfte die algebraische Summe beider Drehungen. Über den eigentlichen Grund der diamagnetischen Abstoßungen sind die Meinungen der Physiker geteilt. Verschiedene Theorien darüber wurden aufgestellt von Faraday, Hankel, Reich, Tyndall und Weber.