FeedDibdin (Thomas Frognall)
ReligionBrockhaus 1882

Dibdin (Thomas Frognall), berühmter engl. Bibliograph, Neffe von Charles D., geb. zu Kalkutta 1776, stußiert, in Eton vorgebildet, zu Cambridge Theologie, wurde 1804 als anglikan. Geistlicher ordiniert und später von dem Grafen Spencer als Bibliothekar nach Althorp berufen. Nachdem er schon 1797 die Analysis of the first volume of Blackstone's commentarieso und Poemso veröffentlicht, hielt er 1806—8 im königl. Institut u London Lectures on the rise and progress of nglish literatureod. Als Bibliograph versuchte sich D. zuerst in der Introduction to the knowledge of rare and valuable editions ofthe Greekand Latin classicso (Glocester 1802; 4. Aufl., 2 Bde., Lond. 1827), welcher ein Specimen bibliothecae Britannicae (Lond. 1808) folgte. Ein Gedicht: (Bibliographys (Lond. 1812) blieb unvollendet. Mehr Aufmerksamkeit erregte, auch durch glänzende Ausstattung, sein Werk: Bibliomania, or bookmadnesso (Lond. 1809), das er in der zweiten Auflage (1811) völlig umarbeitete. Eine neue Ausgabe mit Erweiterungen von Behr erschien London 1842 und eine weitere London 1875. Gleichzeitig gab er Robinsons engl. übersetzung von des Kanzlers Thomas Morus „Utopiad (3 Bde., Lond. 1809) mit zahlreichen Anmerkungen und ichenm Holzsnte reich andg Noch größeres Aufsehen machten seine reich ausgestatteten, aber nicht vollendeten, auf etwa acht Bände berechneten Typographical antiquitiesd (4 Bde., Lond. 1810—19), welche eine neue, erweiterte Ausgabe von Ames' Typographical antiquitieso 0 Aufl., Lond. 1749) bilden, und seine mit Son chnitten und B5re., Ton gezierte (Bibliotheca Spenceriana (4 Bde., Lond. 1814 —15), die durch die Aedes Althorpianaer (2 Bde., Lond. 1821) und durch die Books printed in the XVcentury in the library of the Duke of Cassano Serra (Lond. 1823) ergänzt wurde. Auch sein Bibliographical Decameérono (3 Bde., Lond. 1817), gleichfalls mit einer Menge der trefflichsten Holzschnitte und Kupferstiche, ist reich an interessanten bibliogr. Anekdoten. D. unternahm 1818 in Begleitung des geschickten Zeichners George Lewis eine Reise durch Frankreich und das südl. Deutschland, deren Beschreibung: &4 bibliographical, antiquarian and picturesque tour in France and Germanyy (3 Bde,, Lond. 1821), sich durch typographischen und artistischen Luxus auszeichnet. Gegen Licquet, der in der Übersetzung dieses Werks (Par. 1821) viele Irrtümer berichtigte, sowie egen Crapelet und andere Beurteiler desselben ämpfte D. sehr heftig an in der zweiten Ausgabe (Lond. 1829). Die Resultate einer 1836 durch das nördl. England und einen Teil von Schottland unternommenen Reise legte er in &A bibliographical, antiquarian and picturesque tour in the northern counties of England and Scotlando (Lond. 1838) nieder. D., welcher zuletzt königl. Kaplan in Kensington und Inhaber der Pfründe von St.⸗Marys war, starb 18. Nov. 1847. Er war der Gründer des berühmten Roxburgh-Klub, einer Gesellschaft von Bücherfreunden, welche sich die Aufgabe stellt, alte, seltene Bücher in wenigen Exemplaren neu drucken zu lassen. Seine Reminiscences of a literary life o(2 Bde., Lond. 1836) nthalten viele Notizen über die litterarischen Zutände Englands im ersten Viertel des 19. Jahrh.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 310Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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