Didyhma, alte Ortschaft im Gebiete von Milet, ungefähr vier Stunden südlich von dieser Stadt, eine Stunde von dem Hafen Panormos gelegen, mit einem sehr alten und hochberühmten Heiligtum (Tempel und Orakel) des Apollon, dessen Verwaltung in älterer Zeit in dem Geschlechte der Branchiden erblich war. (Pgl. Gelzer, De Branchidiss, Lpz. 1869). In den Kämpfen der kleinasiat. Jonier gegen die Perser um den Beginn des 5. ahrh. v. Chr. wurde der Tempel geplündert und verwüstet, einige Zeit nach den Perserkriegen aher unter der Leitung der Architekten Daphnis und Päonios in erweiterter und prächtigerer Gestalt wiederhergestellt und erhielt bis in die letzten Zeiten des Heidentums als Orakelstätte wie als Zufluchtsort für Verfolgte. Unter den aus der Nähe des Dorfes Geronta stammenden lÜberresten des Heiligtums sind besonders eine Anzahl hochaltertümlicher sitzender Statuen bemerkenswert, welche zu beiden Seiten der von dem Hafen Panormos nach dem Tempel führenden en Muf Straße standen und sich jetzt in dem Britischen Museum in London befinden. Neuerdings sind dort von dem Engländer Ch. T. Newton auf Kosten der engl. Regierung und von den Franzosen O. Rayet und A. Thomas auf Kosten der Brüder G. und C. von Rothschild weitere Nachen, über deren Resultate die beiden Prachtwerke Bericht erstatten: Ch. T. Newton, A history of dis coveries at Halicarnassus, Cnidus and Branchidae o (Lond. 1862) und O. Rayet und A. Thomas, «Milet et le golfe Latmique, Tralles, Magnésiè du Méandre, Priène, Milet, Didymes, Héraclée du Latmoso (Par. 1880 fg.).