Diede (Charlottej, bekannt durch die von W. von Humboldt an sie gerichteten klassischen Briefe an eine Freundinp (11. Aufl., Lpz. 1883), wurde 1769 geboren. Von ihrem Vater, dem Pfarrer Hildebrand in Lüdenhausen im Fürstentum Lippe-Detmold, erheie sie eine gründliche Bildung. Im J. 1798 vereiratete sie sich mit dem Dr. jur. Diede in Kassel. Die Ehe wurde nach einigen Jahren getrennt. Da sie ihr nicht unbedeutendes Vermögen während der Freiheitskriege verloren hatte, suchte sie durch Verfertigung künstlicher Blumen zuerst in Göttingen, dann in Kassel ihren Lebensunterhalt zu gewinnen. Im J. 1814 wandte sie sich an W. von Humboldt, welcher damals als preuß. Staatsminister auf dem Kongreß in Wien thätig war, um ihn zu bitten, ihr zur Wiedererlangung ihres in braunschweig. Papieren angelegten Vermögens behilflich zu sein. Charlotte D. hatte Humboldt 1788 in Pyrmont kennen gelernt. Dies war die Veranlassung zu einem Briefwechsel, der von 1822 bis zum Tode umboldts (1835) regelmäßig fortgeführt wurde. hre an Humboldt gerichteten Briefe sind nicht eralten. Später er r. sie durch König Friedrich ilhelm III. eine jährliche Unterstützung. Sie starb 16. Juli 1846 in Kassel. Mit einer Einleitung von Lothholz erschienen (Lpz. 1883) «Briefe von Charlotte D., der Freundin W. von Humboldts, an Karl Schulzo, dem Bruder von Humboldts Sekretär. iedenhofen (franz. Thionville, im Mittelalter Theodonis villa), Fsumg, Kreis⸗ und Kantonshauptort im reichsländischen Bezirk Lothringen, am linken Ufer der hier 120 m breiten Mosel, von welcher oberhalb der Stadt ein kanalisierter, 2 EKm langer Arm abzweigt und sich unterhalb derselben wieder mit dem Hauptstrome vereinigt, 28 km nördlich von Metz, 16 km von der franz. und 12 km von der luxemb. Grenze entfernt, ist Knotenpunkt der Eisenbahnen von Metz, Trier, Saargemünd, Luxemburg und Mezieres, Sitz einer Kreisdirektion, eines Amtsgerichts und eines Hauptzollamts und zählt (1880) 7155 meist kath. E. D. hat ein Realöchterschule, mehrere ansehnliche Militärgebäude, eine steinerne, mit Stauvorrichtung versehene Moelbrücke, welche zu den Forts auf dem rechten Moelufer führt, mehrere Bohr⸗, Säge⸗ und Olmühlen, ierbrauereien und Gerbereien und lebhaften Wein⸗, Getreide⸗, Gemüse⸗, Obst⸗ und Viehhandel. D. ist von großer strategischer Bedeutung. Die Werke betehen aus der Stadtbefestigung auf dem linken koselufer und einem doppelten Kronenwerke auf der von der Mosel und dem kanalisierten Arme gebildeten Insel; dieselben rühren in ihrer jetzigen Gestalt von Condé um 1690 her. Sehr gefährlich für die Festung liegen an beiden Moselufern Höhen, welche auf dem linken Ufer 2—4000 m von der Festung entfernt bleiben, auf dem rechten hingegen Dend nahe an die Werke 3ohen solle und dieselben eherrschen. Auf diesen Höhen sollen Forts angelegt werden. Nach 1875 wurde das Mosel-Kronenwerk, welches auf dem rechten Ufer lag, eingeebnet, auch vereinfachte man die Stadtbefestigung. In D. hielt schon Pipin der Kleine Hof; Reichstage wurden hier 805, 816, 821 und 835 gehalten. Im V 870 brachte der Vertrag von Mersen D. an Deutschland. Später kam es an Luxemburg, erhielt 1357 durch Kaiser Karl IV. städtische Rechte, wurde 1443 durch Philipp von Burgund, 1639 durch die Franzosen erfolglos belagert, jedoch w1558 und 1643 (unter Condé) von letztern eingenommen. D., das inzwischen burgundisch und mit den Niederlanden österreichisch und spanisch geworden war, kam durch den Pyrenäischen Frieden (1659) an ankreich und 1871 an das Deutsche Reich. Beagert wurde es 1705, 1792, 1814 und 1815. Im Deutsch-Französischen Kriege wurde D. von General von Kameke 10. Nov. 1870 eingeschlossen und 22. und 23. bombardiert, worauf es 24. Nov. kapitulierte. Vgl. Teissier, «Histoire de Thionvilley (Metz 1828); Spohr, «Die Cernierung, Belagerung und Beschießung von Thionville im Deutsch-Französischen Kriege 1870/715 (Berl. 1875). — Der Kreis Diedenhofen besteht aus den Kantonen D., Fontoy, Kattenhofen, Metzerwiese und Sierck mit insgesamt 947 qkm und (1880) 75 974 E.