FeedDieteriei (Karl Friedr. Wilh.)
GeschichteBrockhaus 1882

Dieteriei (Karl Friedr. Wilh.), Statistiker und Nationalökonom, geb. 23. Aug. 1790 zu Berlin, begann 1809 seine Studien auf der Universität Königsberg und setzte dieselben 1812 zu Berlin fort, wohin er als Erzieher im Hause des Staatsministers von Klewitz gelangt war. Er widmete sich unter Savigny, Eichhorn und Rühs jurist. und histor. Studien und kam zu Joh. Gottfried Hoffmann in nahe Beziehung. Nachdem er hierauf den Feldzügen 1813—15 erst als Ingenieur-Geograph, dann als Offizier der Armee im Hauptaquartiere Blüchers beigewohnt, wurde er Referendar bei der berliner, 1816 Assessor und 1818 Regierungsrat bei der potsdamer Regierung, 1820 Hülfsarbeiter im Kultusministerium, 1823 Geh. Regierungsrat und 831 Geh. Oberregierungsrat. Mit Beibehaltung seiner Stellung im Ministerium erhielt D. 1834 eine ord. Professur für die Staatswissenschaften an der berliner Universität und 1844, nach dem Austritte Hoffmanns, auch die Direktion des Statistischen Büreaus. Später zum Wirkl. Geh. Oberregierungsrat befördert, wirkte er in jenen Stellungen bis an seinen Tod, welcher 29. Juli 1859 De Dis erste Schrift von Bedeutung war: „Die Waldenser und (B6 Verhältnisse zum brandenb.⸗preuß. Staato (Berl. 1831), der sich eine „Geschichtliche und statist. Ubersicht der Universitäten im preuß. Staate (Berl. 1836) anschloß. Sein litterarischer Ruf gründete sich jedoch vorzugsweise auf seine statist. Arbeiten. Dahin gehören vor allem die „Statist. Übersicht der wichtigsten Gegenstände des Verkehrs und Verbrauchs im preuß. Staate und im deutschen Zollverbander (Berl. 1838; Rand setzung 15, 1841—57) und Der Volkswohl tand im preuß. Staatev (Berl. 1846; auch ins Französische übertragen). Als Direktor des Statistischen Büreaus veröffentlichte er die Tabellen und Nachrichten über den preuß. Staato (seit 1851) und die GMitteilungen des Statistischen Büreauso (seit 1848). In den «Tabelleno, die in der preuß. Verwaltung als die. sog. „Blaubücherd bekannt sind, hat D. den eigentlichen Grund für die Entwickelung der amtlichen und Verwaltungsstatistik Preußens gelegt. Den Schlußstein seiner gesamten Wirksamkeit sollte das „Handbuch der Statistik des preuß. Staatso, fortgeführt von seinem Sohne Karl D. (Berl. 1861), bilden, an dessen Vollendung ihn jedoch der Tod hinderte. Als Mitglied der berliner Akademie (seit 1847) lieferte er auch eine Reihe nationalökonom. und statist. Abhandlungen für deren Denkschriften.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 335Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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