Dieterici (Friedr.), Orientalist, der älteste Sohn des vorigen, geb. 6. Juli 1821 zu Berlin, studierte zu Halle und Berlin Theologie, widmete iich aber später unter Rödiger in Halle und Fleischer in Leipzig ausschließlich dem Studium der orient. Sprachen. Nachdem er sich 1846 in Berlin habilitiert, wandte er sich Anfang 1847 über London, Paris und Marseille nach dem Orient, wo er zunächst in Kairo über ein Jahr lang den Unterricht eines gelehrten Scheichs im Arabischen genoß. Sodann besuchte er Oberägypten, den Sinai, Jerusalem und Damascus und kehrte über Konstantinopel, Athen und Triest nach Deutschland zurück. Seit 1850 lehrt er als außerord. Professor an der Universität zu Berlin. Als Orientalist hat sich D. vorzugsweise um die arab. Sprache und Litteratur verdient gemacht. Nachdem er die Schrift: KMutanabbi und Seifeddaulav (Lpz. 1847) veröffentlicht, gab er zunächst den arab. Text der «Alfiyyahv (Lpz. 1851), einer arab. Alil, dann eine den mit dem Kommentar des Ibn-Akil, dann eine deutsche übersetzung (Lpz. 1852) derselben heraus. Diesen Werken folgten die Ausgabe der Werke des Mutanabbi, des berühmtesten Kunstdichters der Araber, mit dem Kommentar des Al-Wahidi (Berl. 1858 —61). Dann bearbeitete er die Philosophie der Araber im 10. Jahrh. Seine Quellenwerke darüber sind: Die Propädeutik der Arabere (Berl. 1865), (Die Logik und Psychologie der Araber (Lpz. 1868), „Die Naturanschauung und Naturphilosophie der Araber im 10. Jahrh.» (2. Aufl., Lpz. 1876), Der Streit zwischen Mensch und Tierv (Berl. 1858), „Die Anthropologie der Araber im 10. Jahrh. v Epz. 1871). Die Lehre von der Weltseeles (Lpz. 1873). Das System der arab. Philosophie stellte D. dar in: Die Philosophie der Araber im 10. Jahrh.v (Bd. 1: Makrokosmosv, Lpz. 1876; Bd. 2: Mikroiosmoso, 1879). (Tier und Menscho erschien in arab. Ausg. (Lpz. 1879) und ein Arabisch-deutsches Handwörterbuch zum Koran und Tier und Menschꝰ (Tpz. 1881). Im J. 1882 publizierte D. die (pseudonyme) Theologie des Aristoteles arabisch, als ersten Versuch, ein für die Geschichte der Philosophie höchst wichtiges, aber verlorenes griech. Buch aus dem Arabischen zu retten. Vgl. die Verhandlungen des Orientalisten-Kongressesv (Bd.2, Berl. 1881). Unter seinen sonstigen litterarischen Arbeiten sind noch (Chrestomathie Ottomanep (Berl. 1854), Reisebilder aus dem Morgenlandes (2 Bde., Berl. 1853) und Der Darwinismus im 10. und 19. Jahrh. Eer; 1878) hervorzuheben. iätéris (grch.), Zeit von zwei Dabren, Biennium; diét'êrisch, zweijährig, biennal.