FeedDiether von Isenburg
ReligionBrockhaus 1882

Diether von Isenburg, Erzbischof von Mainz 1459—63 und 1475 -82, war während seiner ersten Amtsführung ein eifriger Vorkämpfer für Reformen im Reiche und in der Kirchenverfassung und zog sich dadurch die Feindschaft des Kaisers Friedrich III. sowie des Papstes Pius II. zu, welcher ihn 1461 absetzte und für seine Stelle den Domherrn Adolf von Nassau ernannte. Da D. nicht weichen wollte, kam es zur Fehde, welche das ganze südwestl. Deutschland in Mitleidenschaft zog. Obwohl aber D.s Verbündeter, der Kurfürst Friedrich von der Pfalz, 30. Juni 1462 seine Gegner, den Bischof von Metz, den Markgrafen Karl von Baden und den Grafen Ulrich von Württemberg, bei Seckenheim besiegte und eten kin nahm, zog D. selbst schließlich in jener Daut en kürzern und mußte in dem Zeitlsheimer Vertrage 5. Okt. 1463 zu Gunsten seines Nebenbuhlers entsagen, der ühm eine Rente und Höchst als ein besonderes Fürstentum gewährte. Durch — Erfahrungen belehrt, hat D., als er nach dem Tode Adolfs von Nassau 1475 nochmals zum Erzbischof von Mainz erwählt worden war, sich nicht mehr auf Opposition gegen das bestehende kaiserliche und päpstliche System eingelassen, vielmehr letzteres gestützt, wie der Ketzerprozeß des Johann von Wesel zeigt, und im übrigen sein Fürstentum fruchtbringend regiert. Die Stadt Mainz, welche schon sein Vorgänger ihrer reichsstädtischen Selbständigkeit beraubt hatte, entschädigte er durch große Bauten, Fürsorge für ihren Handel und durch die Stiftung einer Universität (1477), welche bis in die Revolutionszeit bestanden hat. Er starb 7. Mai 1482.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 336Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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