FeedDie zweite Hauptlinie des Geschlechts
Bildende KunstBrockhaus 1882

Die zweite Hauptlinie des Geschlechts, die G rafen Rabenstein, blühte bis auf neuere Zeit herab in zwei Speziallinien, die aber 1859 und 1861 ebenfalls ausgestorben sind. Die zahlreichen Besitzungen gingen auf die Töchter des letzten D., die Gräfinnen Mensdorff, Clam-Gallas, Herberstein und Hatzfeld, über. Vgl. Feyfar, Die erlauchten Herren auf Nikolsburge (Wien 1879). Dietrichswalde, Dorf in der preuß. Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Allenstein, zählt 864 weis kath. E. und wurde 1877 wegen angeblicher Wundererscheinungen viel von Wallfahrern besucht. Dietrici oder Dietricy, Maler, s. Dietrich (Christian Wilh. Ernst). ietsch oder Dietzsch, Künstlerfamilie zu Nürnberg im 18. Jahrh. — Das Haupt der Familie war Johann Israel D., geb. 1681, gest. 1754. Derselbe hatte sechs Söhne und vier Töchter, die sich größtenteils der Malerei widmeten. Die Söhne waren zumeist im Fache der Landschaft thätig; unter ihnen zeichnete sich besonders aus Johann Christoph D., geb. 1710, gest. 1769. Den meisten Ruhm jedoch erwarben die beiden den Vater überlebenden Töchter, die mit großem Geschick und Fleiß kleinere Naturgegenstände mit Wasserfarben zu malen wußten. — Barbara Regina D., geb. 1706, gest. 1783, malte besonders Blumen und Vögel, die außerordentlich gesucht waren. Nach ihren Darstellungen Rund saub. Vögel erschien ein in Kupfer gestochenes und sauber koloriertes Werk (Nürnb. 1770 — 75). Sie erhielt den Ruf als Kabinettsmalerin an mehrere Höfe, konnte sich jedoch nie entschließen, ihre freie Existenz aufzugeben. — Margareta Barbara D., geb. 8. Nov. 1726, gest. 12. Okt. 1795, malte ähnliche Gegenstände und sach dergleichen auch mit eigener Hand geschickt in Kupfer. In solcher Art gab sie ein großes Werk, die Stauden und Bäume der Umgegend von Nürnberg in illuminierten Kupferstichen, mit Text von Schreber, eraus. —Auch noch eine dritte Künstlerin derselben amilie, Susanna Maria D., Tochter Joh. Chritoph D.s, erwarb sich in ähnlichen Darstellungen einen Namen. Dietz (Stadt), s. Diez. Dietz Rai 181 Historien⸗ und Schlachtenmaler, eb. 29. Mai 1813 zu Neunstetten im Badischen, egann hel Studien auf dem Polytechnikum in Karlsruhe (1827—32), bis sein Hang zur Malerei so überwiegend wurde, daß er sich ganz der Kunst widmete. Nachdem er Pferdestudien unter Kuntz gemacht, ging er 1833 auf die münchener Akademie, wo er unter Philipp Foltz bei der Ausschmückung der Neuen Residenz beschäftigt wurde. Zu den ersten bedeutendern Bildern, mit denen er nach seiner Rückkehr nach Karlsruhe selbständig auftrat, gehört der Tod von Mar Piccolomini (1835). Das Werk erhielt in Karlsruhe den ersten Preis und wurde für die dortige Galerie erworben. In einem größern Gemälde Fal Eu D. das Schlachtfeld bei Lützen mit dem Fall Gustav Adolfs und Sule Hornce Um diese Zeit wandte sich D. dem Stile Horace Vernets zu, dem er fortan auch treu geblieben ist. Auf Bestellung des Großherzogs von Baden ver-Ladufn von er (1837) den Anteil, den Markgraf Ludwig von Baden unter ½½ Sobieski an dem Siege über die Türken vor Wien hatte, und die glänzende Waffenthat des bad. Leibgrenadierregiments bei der Erstürmung des Montmartre 1814. In München, wohin er 1843 übersiedelte, malte er zunächst die Heldenthat der Pforzheimer im Dreißigjährigen Kriege. Nachdem er 1848 den Feldzug in Schleswig mitgemacht hatte, erschien 1850 ein Album von neun Blättern mit Darstellungen des Erlebten, während er die Explosion des dän. Linienschiffs Christian VIII. auf einem für den Herzog von Coburg gemalten größern Bilde zur Ipotendete brachte. Viel Aufsehen erregte das 1853 vollendete Gemälde: Die nächtliche Heerschau % Zedlitz' Gedicht. Da es zu spät zum pariser Salon gelangte, wurde das Bild besonders Sohahlre und vom Kaiser sofort angekauft. Das Schlachtfeld bei Leipzig, Blüchers Rheinübergang sind größere Gemälde aus der Zeit der Befreiungskriege. Für die karlsruher Galerie malte er 1 die Zerstörung von Heidelberg durch General Melac. Für das Athenäum in München lieferte er die Erstürmung von Belgrad durch Max Emanuel. Ein anderes größeres Bild (1858) stellt die Königin Eleonore von Schweden am Sarge Gustav Adolfs dar. Eine realistische Lebhaftigkeit der Darstellung, Frische der Auffassung und Reichtum der Motive sind den Bildern des Künstlers eigen. D. hat sich um die erste große allgemeine histor. Ausstellung in München 1858 wie um das Zustandekommen und die Wirksamkeit der Deutschen Kunstgenossenschaft viele Verdienste erworben. Im J. 1866 entstand die Schlacht bei Roßbach und Blücher auf dem Marsche nach Paris, Werke von geringerer Kraft als die frühern. Im J. 1870 vollendete er das Gemälde: Die Rettung Wiens 1668 durch die Bayern, an der Außenwand des Maximilianeums zu Die bad begleitete im Deutsch-Französischen Kriege die bad. Truppen als Felddiakon und starb in diesem Berufe 18. Dez. 187⁰0 zu h‚ im Depart. Haute-Saöne. Dietzsch, derise d Peu. s. Dietsch. Dien oder Ile d'Heu, franz. Insel, 18 km westlich von der Küste der Vendée, mit welcher sie durch ein submarines Plateau, Pont-d Yeu genannt, zusammenhängt, 22 àkm 91 Sie ist malerischer Granitfels und trägt einen Leuchtturm mit rotem Licht. Die Ostküste il niedrig und sandig; die hohe, Tarr Westküste hat in der Mitte eine viereckige, von Urmen flankierte Schloßruine, auf einem gewaltigen, abgetrennten Felsen .— Der an der Ostseite gelegene . Die In ort Breton, hat gemauerte Molen. Die H zählt (1876) 3275 E., meist Seeleute und Fischer. Dien et mon Droit F (Gott und mein Rechto), Wahlspruch der engl. Krone.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 339Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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