Daun, ein altes, ursprünglich in der Umgegend von Trier ansässig gewesenes Grafengeschlecht, welches in Urkunden seit 1075 erscheint und dessen Stammreihe mit Richard von D. (1104 - 36) beginnt. Das Stammschloß lag auf einem hohen Basaltfelsen bei dem Städtchen Daun im 985 gebirge. Einfluß gewann das Geschlecht durch lehnung mit bedeutenden Gütern in den Nahegegenden von seiten des Erzbischofs von Trier (1461). Die spätere Trennung in die drei Linien zu Bruch, Falkenstein und Oberstein ist auf die 1546 gestiftete Erbfolgeordnung der Familie zurückzuführen. Glieder der noch jetzt blühenden Linie traten im 17. Jahrh. in kaiserl. Dienste und siedelten nach Esterreich über, wo der Oberst Philipp Ernst und sein Bruder Johann Jakob von D. 13. Dez. 1655 von Ferdinand III. in den Grafenstand erhoben wurden. Von den drei durch die Enkel des ersten Grafen gestifteten Linien sind die beiden ältern im Anfange des 19. Jahrh. erloschen. Die dritte, sog. Mährisch-Gsterreichische Linie blüht noch, ist aber dem Aussterben nahe, da weder ihr Haupt, Graf Heinrich (geb. 20. Juli 1805), noch dessen Brüder Nachkommenschaft haben. Besonders zu erwähnen sind: Graf Leopold Joseph Maria von Daun (s.d.) und dessen Vater Wirich Philipp Lorenz von D., geb. 19. Okt. 1668. Letzterer ward 1701 Generalmajor, zeichnete sich im Spanischen Erbfolgekriege in den Gefechten bei Chiari und Torre d'Oglio aus, stieg im Mai 1704 zum Feldmarschalllieutenant und mußte 1705 in sehr bedrängter Lage das Kommando in Piemont übernehmen. Er verteidigte Turin 1706 mit glänzender Tapferkeit gegen die ranzosen, bis er durch Prinz Eugen entsetzt wurde. ls Firnmeer unterwarf D. 1707 das Königreich Neapel, wo er im November zum Vizekönig ernannt wurde. Bis zum Juli 1708 bekleidete er dieses Amt mit Strenge, aber zugleich mit Rechtlichkeit und Uneigennützigkeit. Zum Feldmarschall und Granden von Spanien ernannt, trat er sodann wieder an die Spitze einer Armee, welche in die Dauphiné einbrechen sollte. Kaiser Karl VI. ernannte D. 1711 zum Fürsten von Thiano und 16. März 1713 nochmals zum Vizekönig von Neapel; 1719 wurde er Kommandant von Wien, später Statthalter der Niederlande, zuletzt von Mailand. Er starb zu Wien 30. Juli 1741.